Querulant Kohlhaas an der Evangelischen Schule Frohnau

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Reformationsjahr 2017 führte der 11. Jahrgang der Evangelischen Schule Frohnau eine Inszenierung des „Querulant Kohlhaas“ nach der Novelle von Heinrich von Kleist aus dem Jahr 1810 auf.

Im Mai begaben sich die ca. 50 Schauspieler, Musiker und Religionsschüler während des Kirchentags zur Vorstellung nach St. Lukas in Kreuzberg, im September folgten zwei weitere Aufführungen in der Evangelischen Schule Frohnau.

Ein Querulant, der die bestehende Ordnung hinterfragt, sich mit der aktuellen Gesetzeslage nicht zufrieden gibt und am Ende sein eigenes Rechtsempfinden über alle staatlichen Instanzen erhebt – ist dieser Querulant geeignet, eine Grundsatzdiskussion über menschliche Werte in der Schule anzustoßen?

Die Inszenierung des „Kohlhaas“ war für den 11. Jahrgang der Evangelischen Schule Frohnau über mehrere Monate hinweg zentrale Aufgabe. Schüler*innen der Kurse Darstellendes Spiel, Musik-Zusatz und Leistungskurs-Religion waren in ihren jeweiligen Fächern daran beteiligt, eine gemeinsame Inszenierung zu gestalten. Der Kurs Darstellendes Spiel verfasste nach umfassenden Studien der Originalfassung ein eigenes Textbuch, das den umfangreichen und sehr komplexen Stoff auf eine bühnenfähige Version reduzierte.

Die Musikzusatzkurse steuerten dazu passend instrumentale und vokale Einschübe bei, die pointiert den brisanten Inhalt unterstrichen bzw. in die spracherweiternde Dimension der Musik transportierten. Der Religions-Leistungskurs erarbeitete seinerseits die thematisch wichtigen Aspekte, um eine kritische Diskussion zu eröffnen.

Das spannende Projekt fand seinen Abschluss jeweils im Anschluss an die Vorstellungen in einer Podiumsdiskussion mit Altbischof Wolfgang Huber und Staatsanwalt Bernhard Gierse, vorbereitet und geleitet durch den Religions-Leistungskurs der Evangelischen Schule Frohnau.

Querulant Kohlhaas -  ein Konflikt aus längst vergangener Zeit  wurde aus mehreren Perspektiven beleuchtet und  in die heutige Wirklichkeit übertragen. Was bleibt: Die Fragen nach Wertmaßstäben, nach Recht und Gerechtigkeit sowie nach der eigenen Rolle sind von allergrößter Wichtigkeit und von brennender Aktualität.