Auf dem Weg zum inklusiven Schulverbund

Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO traf 2012 eine weitreichende Entscheidung: Gemeinsam mit ihren Schulen machte sich der Träger auf den Weg zum inklusiven Schulverbund. Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung betonte den Grundgedanken des Engagements der Stiftung: „Für uns ist Inklusion eine bestimmte Haltung. Unsere Werte sind auf dem christlichen Menschenbild gegründet, jeder ist für uns einmalig, darum möchten wir allen Kindern eine umfassende Bildung und christliche Gemeinschaft ermöglichen.“

Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO setzte zwei Sonderpädagoginnen ein, um diesen Prozess an den Schulen umzusetzen. Als Inklusionsbeauftragte beraten und begleiten Sabine Hüttig und Claudia Edelblut-Schöne jede Schule, gemäß ihrer individuellen Bedürfnisse und Ressourcen. Zunächst erarbeiteten sie ein Inklusionskonzept, um den Prozess schrittweise zu steuern. Dann setzen sie INDEX-Teams ein, die vor Ort diese umsetzen. Die Inklusionsbeauftrage der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Claudia Edelblut-Schöne, erklärt die besondere Herausforderung dieses Prozesses: „Der Weg zum inklusiven Schulverbund kann nur gelingen, wenn alle den Weg mitgehen. Das heißt, alle müssen an diesem Prozess beteiligt sein, vom Hausmeister bis zur Sekretärin, vom Erzieher bis zur Schulleiterin. Jede und jeder in seinem eigenen Tempo“.

Mittlerweile kooperiert die Evangelische Schulstiftung in der EKBO im Bezug auf Inklusion mit verschiedensten Partnern wie etwa der Senatsverwaltung. Gemeinsam mit dem Evangelischen Johannisstift plant die Evangelische Schulstiftung derzeit ein besonderes Inklusions-Projekt: In der Schule ohne Grenzen werden erstmals in Deutschland mehrfach schwerstbehinderte Kinder und Kinder ohne Förderbedarf gemeinsam lernen. Damit zählt die Evangelische Schulstiftung zu einem der fortschrittlichsten Schulträger in Sachen Inklusion.

Das Konzept und die bisherigen Erfolge fasst nun eine Broschüre zusammen: Der erste Inklusionsbericht der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO (2011 – 2016):
Auf dem Weg zum inklusiven Schulverbund

Auch auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 machte die Evangelische Schulstiftung in der EKBO „Inklusion“ zu ihrem Thema. Unter dem Titel „Inklusion – Chancen und Risiken“ diskutierten die ehemalige Bildungssenatorin Sybille Volkholz,  Vorsitzende des Fachbeirats Inklusive Schule in Berlin, Mario Dobe, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Frank Olie sowie die Inklusionsbeauftragten der Schulstiftung  Claudia Edelblut-Schöne und Sabine Hüttig über das Thema. Die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Schulstiftung, Christina Reiche, moderierte das Gespräch.

Sybille Volkholz erklärte bereits zu Beginn, dass sie sich über die Entwicklungen in der Schulstiftung freue, doch Inklusion sei ein langer Prozess: „Die größte Herausforderung sehe ich nach wie vor darin, den Menschen die Angst vor Veränderungen zu nehmen.“ Doch Herausforderungen bieten nicht nur die Ängste der Beteiligten, auch der finanzielle Rahmen stellt freie Träger wie die Evangelische Schulstiftung in der EKBO vor Probleme. Zurzeit erhalten die Feien Schulen 93% der vergleichbaren Personalkosten vom Senat erstattet. Dabei wird aber nicht berücksichtigt, ob eine Schule inklusiv arbeitet oder nicht. Daher kann die Evangelische Schulstiftung den einzelnen Schulen nur eigene Mittel zur Verfügung stellen. Das jetzige Finanzierungssystem stößt irgendwann an seine Grenzen. Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Frank Olie, betont: „Es muss ein Weg gefunden werden, wie die Finanzierung gerechter verteilt werden kann. Nur wenn wir genügend Fachpersonal einsetzen können, verhindern wir, dass Inklusion zum Sparmodell verkümmert.“ Auch die Inklusionsbeauftragte Sabine Hüttig äußerte sich besorgt: „Wir müssen lernen, mit Widerständen umzugehen, ansonsten können Kinder nicht adäquat auf ihrem Weg begleitet werden.“

Der Vertreter der Senatsverwaltung, Mario Dobe ist dennoch zufrieden: „Ich bewundere die Schulstiftung für ihr Engagement, da sie vergleichbares schafft mit weniger Personal. Mir bereitet die Entwicklung der Schulstiftung weniger Kopfschmerzen als die Entwicklung der staatlichen Schulen!“

Neben einem gerechteren Finanzierungssystem bleibt als Konsens aller der Wunsch nach besseren Vernetzungsmöglichkeiten sowohl regional als auch zwischen den Schulen.

Inklusion - lästige Pflicht oder reale Chance?

Ein Kurzfilm des Evangelischen Johanniter-Gymnasium Wriezen. Seine Uraufführung fand am 20. Januar 2012 in Schloss Trebnitz statt. Das Projekt wurde gefördert von der Aktion Mensch und dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk.
Kurzfilm ansehen.

 

Barrierefrei leben

Ein Wriezener Junge, Markus R., möchte auch weiterhin mit seinen Freunden lernen. Am liebsten an einem Gymnasium. Das im Jahr 2007 neu geöffnete  Evangelische Johanniter-Gymnasium Wriezen verfügte über keinen Aufzug. Trotzdem wurde Markus, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt, aufgenommen. Lesen Sie den ganzen Artikel.

Erste Maßnahmen zur Entwicklung einer inklusiven Schulkultur und -struktur

  • Erste Klausurtagung der Schulleitungen zum Thema Inklusion im November 2011,
  • Beauftragung zweier Sonderpädagoginnen - Claudia Edelblut-Schöne und Sabine Hüttig, zur Prozesssteuerung, zur Beratung der Evangelischen Schulstiftung und der Begleitung der Schule,
  • Eine weitere Tagung zum Thema im Rahmen einer Schulleiterdienstberatung im März 2012,
  • Erarbeitung eines Inklusionskonzeptes ausgehend vom Index für Inklusion,
  • Veranstaltung des Kongresses „Gemeinsam lernen in Verschiedenheit“ in Zusammenarbeit mit der Hoffbauer-Bildung und der Evangelischen Schulstiftung in Mecklenburg im März 2012,
  • Einbindung des Inklusionskonzepts in das seit 2010 bestehende Tandemprojekt der Schulstiftung zur Qualitätssicherung von Unterrichtsqualität,
  • Bildung von Indexteams an allen Schulen zum Schuljahr 2012/13,
  • Bundeskongress Evangelischer Schulen unter dem Motto „Mit jedem Kind ertappst du Gott auf frischer Tat“ im September 2012,
  • Zwei Fortbildungsveranstaltungen im Mai/Juni 2012 und zwei Veranstaltungen im September 2012 zum Index Inklusion mit dem Ziel, der Identifizierung bereits vorhandener Indikatoren und Ressourcen und
  • Teilnahme am Pilotprojekt Inklusion des Landes Brandenburg,
  • weitere fortlaufende Teilnahme.

 

Interessante Links

Aktion Mensch - Inklusion

Quarks & Co: Inklusion - Behindertes Lernen? Sendung vom 07.01.2014

 

 

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