Bunt.Lieben.Leben - Wir denken bunt

In den Schulen gibt es übergreifende Bereiche, die sich mit der Vielfalt von Geschlechtern, Identitäten und sexuelle Orientierungen beschäftigen.

Daraus ergeben sich Fragen, die wir gerne auf unseren Fachtagen diskutieren möchten: Was heißt das für die Schule? Was wünschen wir uns für den Unterricht und das Sprechen über Liebe, Identität und Lebensformen? Wie achten wir auf Sprache und ein gutes Miteinander? Wie sehen die Möglichkeiten zum Gespräch über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im jeweiligen Fachunterricht oder im Hortbereich aus? Wie kann ich Vielfalt in der Schule wahrnehmen, wertschätzen und sichtbar machen?

Gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin und der Boston Consulting Group (BCG) entwickelt die Evangelische Schulstiftung für mehr als 10.000 Schüler*innen und 200 Lehrkräfte eine Diversity-Strategie. Damit nimmt die Evangelische Schulstiftung eine Vorreiterrolle im Berliner Schulsystem ein.

Ende Juli 2017 wurde ein erster Projektbericht auf der internationalen LGBT-Conference der Boston Consulting Group vorgestellt. Mit Ihrem LGBT-Netzwerk unterstützt die BCG das Projekt der Schulstiftung.

Annika Zawadzki (Principal BCG, Autorin der BCG-Diversity-Studie „The Mix that Matters“) begleitet das Projekt als Unternehmensberaterin und betont:
„Die Fähigkeit zu Respekt und Toleranz können wir nicht erst in der Arbeitswelt erlernen, wir müssen bereits in den Schulen beginnen und so die Vielfalt unserer Talente fördern. Die Boston Consulting Group unterstützt daher das Diversity-Projekt der Schulstiftung. Wir sehen darin ein großes innovatives Potential für ganz Deutschland.“ 

Ansprechpartner: Rainer Gronen, Leitung Abteilung Fort- und Weiterbildung

Erster Fachtag Diversity

Bereits im Dezember 2016 trafen sich 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Evangelischen Schulstiftung, um sich mit Fragen rund um die Vielfalt zu beschäftigen:
Wie sehen die Möglichkeiten zum Gespräch über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im jeweiligen Fachunterricht oder im Hortbereich aus? Wie gehen wir mit Schwul-, Bi- und Lesbischsein in der Evangelischen Schule um? Wie mit den Themen Trans- und Intergeschlechtlichkeit ? Welche Unterstützung kann es beim Coming-out geben?

Unter den Teilnehmenden waren Schüler*innen, Lehrer*innen, Erzieher*innen, Senatsmitglieder und Eltern.

Oberkonsistorialrätin Dr. Christina-Maria Bammel aus der EKBO hielt einen Vortrag über das Thema „Sexuelle Identität im evangelischen Verstehen der Bibel". Conny-Hendrik Kempe-Schälicke von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft berichtete über die Gründung und Umsetzung der Initiative der Berliner Senatsverwaltung „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in Schule.

Im Anschluss gab es in praxisnahen Workshops viele Anregungen und einen regen Austausch.

Zweiter Fachtag Diversity

"Queerer Gott und Dr. Sommer. Was braucht meine Schule für mehr Vielfalt?"
Unter diesem Motto fand im Juli 2017 der zweite Fachtag Diversity in der Evangelischen Akademie zu Berlin statt. Die Sichtbarkeit und das Wissen um Vielfalt sind Teile einer gelingenden evangelischen Schulkultur.

Daher erörterte der zweite Fachtag Fragen wie „Wieviel Vielfalt steckt in der Bibel?“ Die Pfarrerin und systemische Beraterin Dr. Kerstin Söderblom führte durch einen Vortrag in das Thema ein. Anschließend diskutierten Schüler*innen, Pädagog*innen und Eltern in zwei parallel stattfindenden Workshops zum gleichen Thema: „Was braucht meine Schule für mehr Vielfalt?“

Die Schüler*innen entwickelten gemeinsam mit der Sexualpädagogin Daniela Kühling, Dr. Matthias Schulz und Melanie Bauers von der Boston Consulting Group sowie dem Theologen Christian Schmelzer von der Humboldt-Universität zu Berlin Ideen, wie eine vielfältige Schulkultur aussehen kann.
Hilfreich war dabei das Genderunicorn, mit dessen Hilfe die Konstruktion von Geschlechtsidentität anschaulich dargestellt werden konnte.

Die Pädagog*innen und Eltern diskutierten ihre Ideen gemeinsam mit Frau Dr. Söderblom.

Als Ergebnis erscheint im Oktober ein „10-Punkte-Plan“ als Empfehlung für die Schulen.