Fundraising macht Schule. Schule macht Fundraising

Seit 1. Juni 2017 leitet die Fundraising-Managerin Maren Klückmann die neugegründete Abteilung Fundraising in der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO. Zusammen mit Michaela Lindovsky und Marie-Rose Zacher strukturiert sie diesen Bereich komplett neu.

Frau Klückmann, was bedeutet eigentlich Fundraising?
Der Begriff Fundraising kommt aus dem Englischen und ist auch dort ein Kunstbegriff. „Fund“ steht ganz einfach für Kapital oder Geld und „to raise“ bedeutet etwas aufbringen oder sammeln. Fundraising bedeutet für mich insbesondere strategisches Denken, Netzwerken, Kreativität sowie (inter-) kulturelles und soziales Engagement.

Wie sind Sie denn zum Fundraising gekommen?
Bereits vor Jahren kam ich – im Rahmen des Universitätsjubiläums meiner Alma Mater Gryphiswaldensis – mit den Chancen und Möglichkeiten, ein neues Zeitalter des privaten Engagements für Lehre und Forschung in Greifswald einzuleiten, in Berührung. Als Historikerin und Skandinavistin schätze ich gewachsene Traditionen und bin es gewohnt, mich auf neue Herausforderungen einzustellen. Während meiner Tätigkeit als Dänisch-Dozentin absolvierte ich daher berufsbegleitend die Ausbildung zum Fundraising Managerin in Frankfurt am Main. Berufserfahrungen sammelte ich bei der Evangelischen Kirche und Diakonie, zuletzt im Hochschulbereich.

Und was begeistert Sie am Fundraising am meisten?
Das es wirklich funktioniert! In meiner Wahlheimatstadt Greifswald begleite ich ehrenamtlich die Arbeitsgruppe Fundraising der Gemeinde St. Marien. Die große Hallenkirche wird saniert und ist derzeit die größte Baumaßnahme im Norden. Über die Städtebauförderung kamen erhebliche Zuwendungen, aber die Gemeinde musste einen erheblichen Eigenanteil tragen. Meine Arbeitsgruppe erstellte ein Fundraising-Konzept und setzte dieses sehr erfolgreich um. Daher freute ich mich, dass wir dafür im letzten Jahr den Fundraising-Preis der Nordkirche für das beste Fundraising-Konzept erhalten haben. Es hat großen Spaß gemacht, zu sehen, wie viele Ideen einbringen und mitziehen. Und dass es wirklich funktioniert.

Damit kommen wir zu Ihrer jetzigen Aufgabe. Was sind Ihre ersten Eindrücke in der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO?
Ich freue mich sehr auf die ganz unterschiedlichen Schulen unserer Stiftungsfamilie. Einige Schulen habe ich schon besucht. In den nächsten Monaten möchte ich alle anderen kennenlernen.
Der christliche Leitgedanke begeistert mich besonders hinter der Arbeit der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO: Jedes Kind ist in den Augen Gottes unendlich wertvoll. Gleichzeitig gefällt mir die Motivation zur Leistung, die vermittelt wird ohne den Menschen nur darauf zu reduzieren. Es zählt der besondere Wertekanon. Ins Auge fielen mir auch gleich die Offenheit der Verantwortlichen an unseren Schulen und die Bereitschaft, Kooperationen mit Wirtschaft und diakonischen Einrichtungen einzugehen. Das sind ganz wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Fundraising, auf die wir weiterhin aufbauen müssen.

Wie gehen Sie im Einzelnen vor?
Ich sehe mir stets vorab die einzelnen Standorte an und erstelle Standortanalysen, zeige zudem Stärken und Schwächen der Schulen und Regionen auf. Meine Erfahrung zeigt, dass wir oft an einem reich gedeckten Tisch sitzen und es überhaupt nicht wahrnehmen. Da hilft dann der Blick von außen.     

Wo sehen Sie ihre Aufgaben in der nächsten Zeit?
All das Positive, was die Schulstiftung ausmacht, nach außen zu tragen und möglichst viele Menschen für deren Konzept zu gewinnen. Das sehe ich als meine und unser aller Aufgabe. Wenn wir dabei Freunde und Förderer gewinnen, die uns auch längerfristig unterstützen, sind wir schon  gemeinsam gut auf dem Weg. Ich sehe meine Aufgabe auch darin, unseren Schulen und Fördervereinen  gezielt Hilfestellungen zu geben und sie in allen Fragen des Fundraisings zu beraten. Gemeinsam werden wir überlegen, was möglich ist.

Was ist Ihr nächstes Projekt?
Es gibt viel zu tun. Ideen sind viele da. Ich bin aktuell dabei, mich vor Ort zu vernetzen, um gut informiert zu sein. Wir planen am 23. September 2017 das Treffen der Fördervereine. Dort möchte ich unseren engagierten Eltern und Ideengebern einen ersten Ausblick unserer gemeinsamen Arbeit geben.
Am Herzen liegt mir auch die "Patenschaft Im SchulAlltag" (PISA) – dem Kooperationsprojekt des Diakonischen Werkes und der Evangelischen Schulstiftung. Diese ganz besonders liebevolle Form der Zeitspende ist für unsere Schulen eine große Erleichterung und beflügelt Alt und Jung. Wir wollen am 07. Oktober 2017 das zehnjährige Bestehen feiern. Derzeit planen wir dieses Jubiläum.

Das Interview führte Christina Reiche.