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Erklärung der Elternvertretung der Evangelischen Schulen in der EKBO zur AfD-Meldeplattform

Die AfD hat nach Hamburg und Baden-Württemberg auch für die Bundesländer Berlin und Brandenburg die Einrichtung von Lehrer-Meldeplattformen angekündigt. Auf diesen Plattformen sollen Schüler und Eltern mutmaßliche Neutralitätsverstöße von Lehrern melden.
Die Elternvertretung der Evangelischen Schulen in der EKBO lehnt dies entschieden ab mit einer eindeutigen Stellungnahme. Auch der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Frank Olie, unterstützt ausdrücklich die Erklärung der Elternvertretung, die wie folgt lautet:

Es ist eine gute Tradition an den Evangelischen Schulen, dass die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen, sich kritisch mit gesellschaftlichen, sozialen und politischen Themen auseinanderzusetzen. Ziel ist es, die jungen Menschen im Geiste von Freiheit, Demokratie und Völkerversöhnung sowie zu freiheitlicher demokratischer Haltung und zur Bereitschaft, politische Verantwortung zu übernehmen, zu erziehen. Auf Grundlage des christlichen Menschenbildes steht bei der Betrachtung und der Diskussion immer die Achtung und Akzeptanz des Individuums im Mittelpunkt. Eine aufgeklärte politische Bildung erachten wir als existentiell wichtig für unsere Gesellschaft und den Fortbestand der Demokratie.

Informationen über verschiedene politische Systeme und Parteien, politische Debatten sowie Aufklärung über politische Strategien der Einflussnahme und Manipulation gehören dabei unabdingbar in den Unterrichtsalltag. Dazu gehören ausdrücklich auch das Aufzeigen von Parallelen heutiger politischer Entwicklungen zu historischen Ereignissen sowie der offene Dialog mit allen unterschiedlichen Meinungen. Die Elternvertretung ermutigt die Lehrkräfte, auch weiterhin in den geeigneten Unterrichtsfächern die kritische Auseinandersetzung mit völkisch-autoritären und anderen extremen Erscheinungsformen in der Politik und der Gesellschaft fortzusetzen.

Ausdrücklich verurteilen wir daher Plattformen, die dazu anregen, Personen anonym anzu-schwärzen und zu denunzieren. Sowohl die Überwachungssysteme verschiedener Institutionen der NS-Diktatur bis 1945 als auch der Stasi in der DDR bis 1989 sind mahnende Beispiele, wie viel Leid und Unrecht solche Methoden schicksalhaft über unzählige Menschen gebracht haben.

Die Anonymität der Anschuldigungen steht im krassen Widerspruch zu einer konstruktiven Kultur der Auseinandersetzung und vergiftet das Schulklima. Wir kritisieren, wenn Kinder und Jugendliche in einer politischen Auseinandersetzung instrumentalisiert werden, Lehrkräfte an den Pranger gestellt werden und eine Schädigung der Vertrauensverhältnisse zwischen Schülern, Eltern und Lehrern billigend in Kauf genommen wird.

An den evangelischen Schulen ist es Programm und hat sich in der Vergangenheit positiv be-währt, dass bei unterschiedlichen Meinungen und Auseinandersetzungen auf einen Dialog zwischen Schülern, Lehrern und Eltern gesetzt wird. Dieses kann in einem direkten Austausch passieren, aber jeder kann sich auch selbst an die unterschiedlichen Institutionen in den Schulen (z.B. Konfliktlotsen, Vertrauenslehrer, Schulleitung, GEV, SK) oder an die Schulaufsicht wenden. Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam auf diesem Wege eine Atmosphäre schaffen, in der sich unsere Kinder ohne Angst und Druck zu mündigen und selbststimmten Schülern entwickeln können.