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Leseschlangen, Schaukelkokons und Stapelkuben

Schule ist heute Lern- und Lebensraum. Innen wie außen. Doch Möbel und Räume sehen immer noch aus wie vor 100 Jahren. Das Projekt LernRAUMlabor der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO will dies nun ändern.

Die Ergebnisse ihres fünftägigen LernRAUMlabors zeigten nun 94 Schüler*innen der Evangelischen Schule Köpenick. Die 12- bis 14-Jährigen präsentierten ihre 1:1 Modelle, die sie selbst entworfen und dann mit Hilfe von Pädagog*innen und Eltern gebaut hatten. Die dabei entstandenen Lern- und Erholungsmöbel ähneln weder Pult noch Stuhl. Nach den Ideen der Schüler*innen entstanden Leseschlangen, Schaukelkokons oder gestapelte Sitz- und Liege-Kuben.

Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Frank Olie erklärt: „Schule hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Die Schüler*innen verbringen mittlerweile mehr Zeit hier als zu Hause. Darum wollen wir, dass unsere Kinder und Jugendlichen ihre Lernumgebung mitgestalten. Dabei erleben sie, was es heißt, mit den eigenen Händen etwas Selbsterdachtes zu bauen und die Schule erhält Möbel, die die Schüler gerne nutzen. So werden ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen zu einem Teil ihrer Schule.“

Die 13-jährige Paula ist eine der 94 Schülerinnen, die am LernRAUMlabor teilgenommen haben. Sie ist begeistert von dem Projekt: „Mir hat vor allem das Möbelbauen Spaß gemacht und ich fand es total überraschend, wieviel man in nur drei Tagen schaffen kann. Ich glaube, ich werde das, was ich hier gelernt habe, auch in Zukunft brauchen. Wenn ich zum Beispiel meine erste Wohnung habe, dann kann ich jetzt meine eigenen Möbel entwerfen und bauen.“

Die Lehrerin für Deutsch und Kunst, Katharina Witzmann hat das Projekt an der Evangelischen Schule Köpenick koordiniert und meint: „Das Besondere an dem Projekt LernRAUMlabor ist, dass die Ideen der Schüler nicht nur auf dem Papier bleiben. Ihre Entwürfe werden von ihnen selbst als Mok-ups – 1:1 Modelle gebaut und dann auch benutzt. Das zeigt den Schülern, dass wir sie ernst nehmen und ihre Vorstellungen in den Lebensraum Schule einfließen.“

Haben sich die Modelle nach einiger Zeit im Schulalltag bewährt, sollen sie in Serie gehen. Dazu sucht die Evangelische Schulstiftung Handwerksbetriebe oder Werkstätten, die die Modelle fachmännisch nachbauen.

Doch Katharina Witzmann hat noch eine andere Idee: „Ich würde mir wünschen, dass solche Projekte nicht nur eine Randerscheinung vom Schulbetrieb sind, sondern dass diese Projekte Teil des Schulbetriebs werden. LernRAUMlabore sollten Teil des Unterrichts sein!“ Damit das gelingen kann, sucht die Schulstiftung nun Partner, die das Projekt finanziell unterstützen.

Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO startete das Projekt LernRAUMlabor zum ersten Mal in  der Region Berlin-Brandenburg an vier ihrer Schulen: an der Evangelischen Schule Köpenick, Neukölln, Steglitz und den Johanniterschulen in Wriezen. Danach will der Träger das Projekt an weiteren seiner 32 Schulen anbieten.