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Bildungsdebatte - „Freie Schulen werden vom Senat nicht mitgedacht!“

Auf der Bildungsdebatte unter dem Titel „Wachsende Stadt! – Wo sind unsere Schulplätze?“ diskutierten ende September 2019 der Bildungspolitische Sprecher der CDU, Dirk Stettner, die Bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Marianne Burkart-Eulitz und die rund 60 Eltern, moderiert vom Chefredakteur der Berliner Zeitung, Jochen Arntz, die drei drängendsten Themen der Berliner Schulpolitik: Lehrermangel, Schulbaumisere und Gleichbehandlung der freien Träger. 

Berlin, 27. September 2019 – Ein Vater stellte fest: „Scheinbar ist der Senat mit seinem Bildungsauftrag überfordert. Die freien Träger könnten helfen – warum macht ihr es ihnen so schwer?“ Ob Schulbauoffensive, Digitalpakt oder Büchergeld – die freien Träger gehören für die Senatsverwaltung scheinbar nicht zum öffentlichen Schulsystem. Auch ihre Beteiligung am kostenfreien Schulessen, mussten sie erkämpfen. Dabei haben die freien Träger in den vergangen zehn Jahren alleine in Berlin 20.000 zusätzliche Schulplätze geschaffen.

Der Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Berliner Schulen in freier Trägerschaft (AGFS), Andreas Wegener, erklärt: „Seit Jahren bieten wir dem Senat unsere Kooperation und Unterstützung an, die Herausforderungen der wachsenden Stadt zu bewältigen. Bislang ohne Resonanz. Für uns wird es immer schwieriger, unsere 37.000 Schulplätze in Berlin zu erhalten. Dabei könnten wir weiterhin neue schaffen, wenn das gewollt ist. Es wundert mich nicht, dass nach dem Schulgründungsboom der vergangenen Jahre, in 2018 nicht eine einzige neue Schule gegründet wurde.“

Nach einer kurzen Einführung sprachen die Anwesenden in zwei Gruppen direkt mit den bildungspolitischen Sprechern. Unter den Diskutanten waren auch einige Lehrer*innen und Schulleiter*innen der freien Träger. Die Schulleiterin der Evangelischen Schule Frohnau, Christine Behnken, sagte: „Wir arbeiten inklusiv, aber die dafür notwendigen Sozialpädagog*innen bekommen wir nur schwer. Überall müssen wir uns hinten anstellen. Das gilt auch für die notwendigen Fort- und Weiterbildungen. Wir dürfen nur teilnehmen, wenn noch Plätze frei sind. So kann es nicht weiter gehen.“

Die Bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Marianne Burkart-Eulitz, versprach den Eltern ihre Unterstützung: „Freie Träger werden von der Schulpolitik nicht mitgedacht und es herrsche ein schwarz-weiß denken - gute staatliche Schulen, böse freie Schulen - dabei könnten sie ein wichtiger Partner für unsere vielfältige Schullandschaft sein, wenn die Voraussetzungen stimmten.“
Auch der Bildungspolitische Sprecher der CDU, Dirk Stettner, ermutigte die Eltern und Träger offensiver ihre Belange einzufordern: „Die derzeitige Situation bedarf eines grundsätzlichen Umdenkens! Werden Sie noch aktiver und bringen Sie Ihr Anliegen auch bei den Fraktionsvorsitzenden zu Gehör!“

Ein Elternvertreter der freien Walddorfschulen brachte es auf den Punkt: „Es fehlt die grundsätzliche Entscheidung, wo es bildungspolitisch mit unseren Schulen hingehen soll. Dabei ist unsere Arbeit grundgesetzlich verbrieft. Wir Eltern wünschen uns, dass Sie darüber Klarheit schaffen!“

Die Bildungsdebatte fand im Rahmen des Tags der Freien Schulen statt. Das diesjährige Motto hieß „Leben ist Vielfalt“.

Weitere Informationen:
Andreas Wegener, Koordinator der AGFS Berlin
Tel. 030 82 00 77 751
wegener@private-kant-schulen.de