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Cottbus - Keramik-Schmetterlinge gegen das Vergessen

Rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche ermordeten die Nationalsozialisten während des Holocaust im Zweiten Weltkrieg. Das „Butterfly-Projekt will an diese Opfer erinnern. Das Evangelische Gymnasium Cottbus ist die zweite deutsche Schule, die sich an dem aus den USA stammenden Projekt beteiligt.

Mit einem Festakt enthüllte das Evangelische Gymnasium Cottbus die bunten Schmetterlinge aus Keramik, die künftig die Hauptfassade der Schule schmücken werden. Jeder einzelne steht für ein Leben, das während der Shoa ausgelöscht wurde und symbolisiert Gedenken sowie die Hoffnung, dass so etwas nie wieder passiert.

Initiiert wurde das Butterfly Project in Cottbus von Nicole Nocon und Steven Schindler, dem Sohn des aus Cottbus stammenden Holocaust-Überlebenden Max Schindler. Zur feierlichen Enthüllung der Schmetterlinge kam Schindler mit seiner Tochter an das Evangelische Gymnasium und berichtete aus seinem Leben und dem seiner Eltern. Rabbiner Walter Rotschild betete und sprach in der Zeremonie den Segen.

Zuvor hatten sich Schüler*innen der 8. Klassen mit einzelnen Biografien, von in Theresienstadt getöteten Kindern auseinandergesetzt und anschließend Keramikschmetterlinge bemalt. Im Sommer werden die Schüler im Rahmen des Projektes Theresienstadt besuchen.

Dem „Butterfly Project“, das im Jahr 2006 von einer Schule im kalifornischen San Diego auf den Weg gebracht wurde, haben sich seither Menschen auf der ganzen Welt angeschlossen. Mehr als
230 000 Schmetterlinge wurde inzwischen bemalt.

Im Sommer 2019 haben Steven Schindler und Nicole Nocon die neue Non-Profit-Organisation GenerationE gegründet. Ihr Ziel ist es, Kinder und Jugendliche altersgerecht mit der Geschichte des Holocausts vertraut zu machen, sie für die Gefahren von Hass und Diskriminierung zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich einzumischen und sich gegen Intoleranz stark zu machen.

Im vergangenen Jahr hat die Bewegte Grundschule Cottbus das Projekt erstmals nach Deutschland geholt.

Das Projekt an der Cottbuser Schule hat offenbar einen Nerv getroffen. Seit Beginn dieses Jahres sind bereits fast 20 deutsche Schulen dem Beispiel der Bewegten Grundschule gefolgt. Das Evangelische Gymnasium Cottbus ist nun die nächste Schule, die sich dem „Butterfly Project“ angeschlossen hat.