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Inklusions-AG feiert 10-jähriges Bestehen

Der Arbeitskreis Inklusion feierte Anfang September sein 10-jähriges Bestehen mit einem festlichen Empfang im Johannestift.

Die Idee eines gemeinsamen Unterrichts für Kinder einer Regelschule und Kinder mit schweren Mehrfachbehinderungen entwickelten Pädagoginnen der August-Hermann-Francke-Schule und der Evangelischen Schule Spandau vor annähernd 20 Jahren im Austausch miteinander. 2009 gründete sich der „Arbeitskreises Inklusion“. Dadurch wurde die Zusammenarbeit noch intensiver.

In ihrem Grußwort dankte die Referentin des Schulreferats der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Martina Ramfeldt, beiden Schulleitungen für ihr jahrelanges Engagement: „Dass wir heute hier stehen und auf zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken können, ist nur möglich, da die Kollegien beider Schulen kompetent, engagiert und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Nur dadurch konnte dieses einzigartige Projekt so gut gedeihen. Dafür gilt allen Beteiligten unser ausdrücklicher Dank.“
 
Die damalige Leiterin der August-Hermann-Francke Schule, Adrienne Biermann, die heutige Schulleiterin Ulrike Müller und der Schulleiter der Evangelischen Schule Spandau Thomas Brand, seine Stellvertreterin Brunhilde Grzegorski sowie engagierte Lehrer*innen beider Schulen fingen damals an,  geneinsame Theateraufführungen, Projekttage, Ausflüge und Sportveranstaltungen regelmäßig zu planen und fest in den Unterricht zu integrieren. Begleitet wurde das Projekt durch Sylke Hölscher, der Geschäftsführerin der Behindertenhilfe im Johannesstift.
 
Was damals klein begann, hat heute einen Namen

Inzwischen ist die Zusammenarbeit zu einer festen Institution herangewachsen: Aufführungen und Projektwochen bereichern den Stundenplan, von denen die Schüler*innen beider Schulen profitieren. Die August-Hermann-Francke-Schule ist eine Schule mit sonderpädagogisches Förderzentrum mit den Schwerpunkten Geistige und Körperlich-motorische Entwicklung, die Evangelische Schule Spandau ist eine Grund- und Integrierte Sekundarschule.

Daraus entstand die Idee, diesem Austausch mehr Raum zu geben. Denn für die nachhaltige und dauerhafte Umsetzung eines inklusiven Unterrichts sind weder die Räumlichkeiten der August-Hermann-Francke Schule, noch die der Evangelischen Schule Spandau,  groß und geeignet genug. Hinzu kommt, dass die Evangelische Schule Spandau nicht barrierefrei ist – was den gemeinsamen Austausch immer wieder erschwerte.

2012 entstand das erste Konzept für die „Schule ohne Grenzen“. Ein Inklusionsmodell, das allen Schüler*innen gerecht werden möchte: Die Vision von zwei eigenständigen Schulen, die in einem Gebäude ein gemeinsames Schulprojekt verwirklichen. Ein Gebäude, in dem  Kinder mit schweren Mehrfachbehinderungen und Schüler*innen einer Regelschule gemeinsam unterrichten werden können. Das Konzept war zu diesem Zeitpunkt einzigartig. Es ist ein Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

2018 erfolgte der erste Spatenstich für den Neubau. Die Finanzierung konnte weitgehend durch Lottogelder und Spenden gesichert werden.

Auch der neue Träger des Evangelischen Johannesstifts, die Johannesstift-Diakonie, zieht eine positive Bilanz und wünscht eine zügige Umsetzung des Bauvorhabens: „Zehn Jahre sind eine lange Zeit, in der viel bewegt wurde. Damit das Bauvorhaben nicht noch teurer wird, sollten wir den Neubau zügig umsetzen“, so der medizinische Vorstand,  Prof. Dr. Lutz Fritsche.

Der Neubau soll voraussichtlich zum Schuljahresbeginn 2021 fertig gestellt werden.