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Schülerbischöf*innen treffen Staatssekretär Gerry Woop

Bei ihrem dritten „Amtsbesuch“ konnten die vier Schülerbischöf*innen ihre Themen „Reden mit rechts“ und „Umweltschutz“ einmal von der europäischen Ebene aus betrachten lassen.

Gerry Woop, Staatssekretär für Europa, kennt sich hier aus. Er begrüßt das Engagement der Schüler*innen für ihre Umwelt: „Die Fridays for Future-Bewegung hat die Klimadebatte maßgeblich verändert“, merkt er an. Das bekommt er auch in Brüssel mit. Umweltakteure hätten es jetzt viel leichter, Gehör zu finden.

Er selbst sei zwar umweltbewusst, aber nicht immer konsequent genug im Handeln. Immerhin fährt er ein Hybridauto und nimmt oft die Bahn. Das Kommen der Kerosinsteuer hält er für unausweichlich: „Fliegen muss wieder teurer werden. Sonst wird es in diesem Bereich keine Veränderungen geben.“

Zum Thema „Reden mit rechts“ interessiert Schülerbischöfin Klarissa die Frage, warum gerade in Sachsen so viele Menschen die AfD wählen. Gerry Woop, der selber aus Sachsen stammt, hat auch hier eine Antwort parat: „Es gibt zahlreiche Untersuchungen und Studien dazu. Man darf aber nicht vergessen, dass die Menschen in Ostdeutschland auch heute noch das Gefühl haben, abgehängt worden zu sein. Sie fühlen sich benachteiligt, obwohl sie wirtschaftlich nicht schlecht dastehen. In diesem Gefühl fühlen sie sich durch die Herausforderungen der Migrationsbewegungen noch bestärkt.“

Schaue man auf Führungspositionen, so seien auch heute noch die Menschen mit einer ostdeutschen Biografie unterrepräsentiert – egal ob in Unternehmen, Universitäten oder in der Politik: „Da bleibt oft das Gefühl der Benachteiligung bestehen“, meint der Staatssekretär.

Ein weiterer Aspekt ist die Frage, wie man mit Freiheit umgeht. „Mit viel Freiheit muss man auch umgehen können.“, erklärt er. Viele Ostdeutsche hätten dies nie gelernt und tun sich schwer damit. In der DDR wurde den Menschen vieles vorgeschrieben. Es gab für alles Vorgaben und Vorschriften. Dieses Gerüst diente als Halt. Da komme eine Partei wie die AfD, die für alles einfache Antworten hat, gerade wie gerufen.

Menschen mit rechtem Hintergrund versucht Gerry Woop über die Neugierde anzusprechen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen: „Es gibt doch noch so viel mehr zu entdecken auf der Welt, als nur die eigene Heimat, auch wenn sie schön ist.“

Eine Plattform würde er dem rechten Spektrum jedoch nie bieten. Darin sind sich der Staatssekretär und die Schülerbischöf*innen einig.