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Inklusionsprojekte

Der Weihnachstflashmob der Evangelischen Schule Spandau under August-Herrmann-Franke-Schule

Quelle TV Berlin vom 12.12.18

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Gemeinsamer Matheunterricht

Von gemeinsamer Mathe-Stunde, über Theateraufführungen bis zum Backen an Ostern – die AHF Schule und die Ev. Schule Spandau blicken auf eine lange Tradition gemeinsamer inklusiver Projekte zurück und sind damit bestens vorbereitet auf den gemeinsamen Unterricht im neuen Schulgebäude.

Besonders spannend ist für alle Beteiligten des Projekts „Schule ohne Grenzen“ natürlich die Frage: Wie funktioniert der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Einschränkungen?

Die beiden Schulen haben es ausprobiert.

Ein fröhliches Stimmgewirr herrscht im Klassenraum, der heute viel zu eng ist. Scheren klappern, Klebestifte werden auf- und zugeschraubt, bunte Schnipsel fallen zu Boden. Viertklässler der Evangelischen Schule Spandau und der August-Hermann-Francke-Schule Spandau (AHF), einem sonderpädagogischen Förderzentrum, erleben erstmals eine gemeinsame Mathe-Stunde. Florian (13) sprüht vor Energie. Einige Kinder bemalen selbst gebastelte Papierwürfel mit Punkten, die wie Augen auf einem großen Spielwürfel aussehen. Energisch greift Florian das Handgelenk seiner Lehrerin und gibt ihr zu verstehen, dass er auch solche Punkte auf seinem Würfel haben will. Tanja Probst, stellvertretende Schulleiterin und Sonderpädagogin der Förderschule AHF, muss lachen. Sie nimmt einen dicken Filzstift und fragt den Jungen auf jeder Würfelseite, wie viele Punkte sie zeichnen soll. Die Antworten kommen prompt und richtig. Florian kann bis 15 zählen und rechnen, auch wenn seine Worte wenig verständlich sind. Manche Schüler seiner Schule lernen lesen, schreiben oder rechnen. Für andere ist das Erlangen der Selbständigkeit beim An- und Ausziehen oder beim Essen ein mit Schweiß erreichtes Ziel. Florian hat bei der Geburt einen schweren Hirnschaden erlitten. Er ist Spastiker mit kaum entwickelter Feinmotorik und eingeschränkter Sprachkompetenz. Der aufgeweckte Junge wird dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen sein. Seine Eltern bemühen sich intensiv um seine Entwicklung, nehmen Therapien und Förderungen in Anspruch und wünschen sich so viel Normalität wie möglich im Familienleben. Sie sind froh, dass sie die AHF-Schule im Evangelischen Johannesstift (EJS) für ihren Jungen gefunden haben. Hier wurde er herzlich aufgenommen und von kompetenten und engagierten Mitarbeitern individuell gefördert.

Das Projekt „Gemeinsamer Matheunterricht“ ist Teil der Vorbereitungen auf den kommenden Alltag: Lehrer hospitieren gegenseitig, die Schüler feiern, spielen Theater und starten Projekte zusammen. Gemeinsamer Unterricht ist neu. Auf die Geometriestunde heute hat sich Mathe-Lehrerin Simone Schiller intensiv mit ihrer 4b vorbereitet. Mehrere ihrer Schüler hielten Vorträge und Simone Schiller hatte Aufgaben zum Mitdenken, Malen und Erfühlen für verschiedenes geistiges und motorisches Niveau erdacht. Die zierliche Amira, die neben Florian sitzt, schien anfangs etwas ängstlich. Sie hatte bislang kaum Kontakt zu Kindern wie ihm, die offensichtlich „anders“ sind. Schon bald taut Amira auf, sie beobachtet Florian genau, wie umgekehrt der Junge das Mädchen auch - Kinder lernen am besten von Kindern. Als Florian im Eifer des Gefechts Speichel aus dem Mund rinnt, läuft Amira zum Papierspender und löst das kleine Problem unkonventionell. Am Stundenende haben Florian und Amira und alle anderen Schüler einen Würfel gebastelt. Fast alle Kinder beider Schulen sagen nach der Geometriestunde, dass sie solchen Unterricht gern wiederholen würden. An ihnen wird die Inklusion nicht scheitern. Wie Florians Eltern warten viele auf die „Schule ohne Grenzen“. Bis zu deren Normalität ist es ein weiter Weg, doch in Spandau hat man sich aufgemacht.

Über den gemeinsamen Matheunterricht hinaus haben die beiden Schulen das Miteinander von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Einschränkungen in unterschiedlichen Kontexten ausprobiert.
Dazu zählen zum Beispiel:
•    Backen zu Ostern
•    Theaterprojekt „Das geheimnisvolle Haus“
•    Gemeinsame Andacht
•    Die Fotogeschichte „Einzigartig“
•    Projekt „Weihnachten mit allen Sinnen erleben“
•    Theaterprojekt „Die verrückte Teegesellschaft“ – aufgeführt in der Altstadt Spandau anlässlich des Europäischen Aktions- und Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2019

 

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