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Lesekraken und Kuschelkokons

Schüler*innen gestalten ihre eigene Lernumgebung

Wir laden Sie herzliche ein zur öffentlichen End-Präsentation an den teilnehmenden Schulen:

Ev. Schule Neukölln, 3. Mai 2019, 12:50 – 13:35 Uhr,
Mainzer Str. 47, 12053 Berlin, Turnhalle

Ev. Schule Köpenick, 8. Mai 2019, 14:00 – 15:00 Uhr,
Grüne Trift 169, 12557 Berlin, Turnhalle

Ev. Schule Steglitz, 14. Juni 2019, 12:00 – 13:00 Uhr,
Beymestr. 6-7, 12167 Berlin

Ev. Schule Wriezen, 14. Juni 2019, 12:00 – 13:00 Uhr,
Freienwalder Str. 1, 16269 Wriezen 

Bitte melden Sie Ihr Kommen unter c.reiche@schulstiftung-ekbo.de an.

Individuell, inklusiv, ganztägig und digital – was Schule leisten soll, wird immer komplexer. Aber die Unterrichtsräume sehen oft noch so aus wie vor hundert Jahren – Tische, Stühle und eine Kreidetafel. Kann das funktionieren? Das Projekt LernRAUMlabor will das nun ändern.

Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO startete das Projekt LernRAUMlabor zum ersten Mal in  der Region Berlin-Brandenburg an vier ihrer Schulen: an der Evangelischen Schule Köpenick, Neukölln, Steglitz und den Johanniterschulen in Wriezen. Danach will der Träger das Projekt an weiteren seiner 32 Schulen anbieten.

Die Kernidee: Kinder und Jugendliche gestalten ihre eigene für sie passende Lernumgebung mit. So werden ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen zu einem Teil des Schulentwicklungsprozesses. Ein Team aus Architekturstudent*innen und Pädagog*innen unterstützt sie dabei.

Zunächst fragen sich die Schüler*innen  – wie und wo sie gerne lernen. Danach geht es in die Entwurfsphase. Aus den dabei entstehenden Zeichnungen entwickeln die Viert- bis Zwölfklässler Modelle im Maßstab 1:10. Gemeinsam mit Architekturstudent*innen und Pädagog*innen bauen die Kinder und Jugendlichen die Möbel aus stabiler Pappe in Originalgröße nach. So entsteht eine für jede Schule individuelle Möbel- und Lernlandschaft. Haben sich diese Prototypen und die dahinter stehenden  Ideen im schulischen Alltag bewährt, gehen sie in Serie.

Der Vorstandsvorsitzende Frank Olie erklärt, warum die Schulstiftung das Programm für wichtig hält: „Schulentwicklung fängt heute in den Köpfen an und setzt sich in den Räumen fort. Wenn Inklusion, Diversität und Individualität in die Vermittlung von Lernen einfließen sollen, müssen sie auch den Raum verändern. Räume und Möbel, die diesem Anspruch nicht entsprechen, erschweren flexible Lernprozesse.“

Der Projektleiter Andreas Hammon beschreibt die Idee der sogenannten LernRAUMlabore: „Ob Kraken mit Sitzarmen für das Lernen zu zweit oder gepolsterte Kokons für Konzentration und Rückzug – Kinder und Jugendliche haben ein feines Gespür dafür, welche Umgebung sie gerade brauchen. Es ist erstaunlich, wie sich phantasievolle Kinderzeichnungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen decken. Wir müssen nur lernen, die Bilder und ihre Botschaften zu lesen. Das kann Lehrer*innen anregen, Unterrichtsformen und die räumliche Lernumgebung weiterzuentwickeln. Wenn Möbel nicht nur funktionieren, sondern auch Geschichten erzählen und auf den jeweiligen Ort, das Alter und die Lernsituation antworten, dann motiviert das und wirkt sich positiv auf die Lernprozesse sowie die Identifikation mit der Schule aus.“

Das Projekt fand bisher an verschiedenen Schulen in der Schweiz, Österreich, Italien und Süddeutschland statt. In Berlin und Brandenburg startet das interdisziplinäre und altersübergreifende Programm jetzt zum ersten Mal.