Evangelische Schulstiftung in der EKBO

Mediation

Das Ziel der Mediation ist ein fairer Ausgleich von Interessen. Er wird erreicht durch eine wertschätzende und beziehungsfördernde Kommunikation. An unseren Evangelischen Schulen ist Mediation das Leitmotiv im Miteinander. Durch sie setzen wir christliche Werte wie Wertschätzung und Mitgefühl im Schulalltag um.

Die Vorteile:

  • Mediation stärkt den Zusammenhalt an unseren Schulen.
  • Sie fördert ein demokratisches, friedliches Schulklima und erleichtert die Kommunikation.
  • Mediation verbessert die Zusammenarbeit und Kommunikation in Teams und unter Schüler*innen.
  • In Gremien bewirkt Mediation eine zielführendere Moderation.

Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO bietet ihren Mitarbeiter*innen eine Mediator*innen-Weiterbildung an.

Es gibt an ihrer Schule einen Konflikt? Sie wollen im Team wertschätzender kommunizieren? Sie interessieren sich für eine Weiterbildung? Wenden Sie sich an unsere Ansprechpartnerinnen!

Klärungs- und Beratungsgespräche
  • Schülermediation – in Kleingruppen oder Klassen
  • Moderation von Elterngesprächen und Elternversammlungen
  • Lehrer- und Erzieherberatung
  • Mediation für Pädagog*innen
  • Teammediation und -moderation
  • Mediationsgespräche mit Personen unterschiedlicher Ebenen in Schule und Hort
Schulmediator*innen und Konfliktlotsen
  • Schulmediator*innen – Beratung, Weiterbildung, Vernetzung
  • Konfliktlots*innen – Beratung, Weiterbildung, Vernetzung
Fortbildungen
  • für Pädagog*innen
  • individuell zugeschnittene Fortbildungen für Pädagog*innen-Teams
Projektbegleitung
  • Mediationsprojekt des Evangelischen Gymnasiums Cottbus

Um eine Konfliktlotsengruppe vor Ort auszubilden und zu begleiten, gibt es an unseren 21 Schulstandorten, an denen Konfliktlotsen tätig sind, etwa 40 engagierte und dafür qualifizierte Schulmediator*innen.

Aufgaben der Schulmediator*innen

Die Begleitung der Konfliktlotsen an der Schule beinhaltet eine Reihe von unterstützenden Tätigkeiten, damit die Schüler zu einer wertvollen Hilfe für eine friedliche Schulkultur werden können. Die Schulmediator*innen kümmern sich im Einzelnen um:

  • Aus- und Fortbildung von geeigneten und interessierten Schülern bestimmter Schulstufen in regelmäßigem Turnus, Abnahme von Abschlussprüfungen mit der Erstellung von Urkunden
  • Einführung und regelmäßige Information über das Angebot mit entsprechenden Aushängen, Berichten und Infos in Gremien, Andachten und an Tagen der offenen Tür
  • Einteilen und Beaufsichtigen von Diensten der Konfliktschlichtung auf dem Hof oder in bestimmten Konfliktlotsenräumen
  • Verbindungen und Organisationsformen ermöglichen von der Lehrer-/Erzieherschaft zu den Konfliktlotsen, damit Fälle weitervermittelt werden können
  • Regelmäßige Treffen mit den Konfliktlotsen zur gemeinsamen Reflexion der Arbeit, zur Supervision von Fällen und ggf. zur wiederholenden Übung / Fortbildung
  • Organisation und Durchführung von Ausflügen bzw. Würdigungen für die Konfliktlotsengruppe bzw. auch abgehende Lotsen
  • Vorbereitung und Begleitung der Vernetzungstreffen der Konfliktlotsen mit anderen Schulen und die eigene Vernetzungsarbeit mit anderen Schulmediator*innen vor Ort
Qualifizierung der Schulmediator*innen
  • Viele der vor Ort betreuenden Schulmediator*innen haben sich einen 80stündigen Zertifikatskurs in Schulmediation absolviert, den die Schulstiftung angeleitet durch Frau Dr. Rohnstock und Frau Siebers-Koch, regelmäßig für sie anbietet.
  • Neben diesem Zertifikatskurs bieten wir den Schulmediator*innen regelmäßige Fortbildungen zu Grundlagenschulungen, aber auch darauf aufbauende Weiterbildungen für ihre Konfliktlotsen an.
  •  Für die Durchführung eines Grundlagenkurses für Konfliktlotsen mit Prüfung gibt es eine von Frau Dr. Rohnstock entwickelte und erprobte methodische Handreichung mit umfangreichem Visualisierungsmaterial zur Unterstützung.
  • Häufig findet eine Qualifizierung der Schulmediator*innen auch durch Hospitation bei einem Konfliktlotsenlehrgang statt, den die MediatorInnen der Stiftung durchführen.
Vernetzung der Schulmediator*innen

Jeweils Anfang Mai findet ein Treffen aller Schulmediator*innen in der Schulstiftung statt. Hier geht es um einen vielfältigen Austausch über die Arbeit vor Ort (Fortschritte und Probleme), über die gemeinsamen Aktionen und die Weiterentwicklung und Stärkung der Konfliktlotsenarbeit im Ganzen.

Zurzeit sind rund 280 Konfliktlotsen an unseren Schulen aktiv

Seit dem Schuljahr 2000/2001 konnten an insgesamt 18 Standorten und in 24 Schulen Konfliktlotsen ausgebildet und über entsprechend qualifizierte Lehrer*innen/ Erzieher*innen betreut werden.

Im Einzelnen ergibt sich folgendes Bild:

  • Evangelische Grundschule Brandenburg: erster Konfliktlotsenjahrgang seit 2013
  • Evangelische Schule Charlottenburg: Grundschulkonfliktlotsen seit 2004, seit 2013 auch Oberschulkonfliktlotsen
  • Evangelische Grundschule Frankfurt/Oder: Konfliktlotsen seit 2007
  • Evangelische Grundschule Friedrichshagen: zwei Ausbildungsgänge seit 2010
  • Evangelische Grundschule und Gymnasium Frohnau: Konfliktlotsen seit 2003 an der Grundschule und teilweise auch am Gymnasium
  • Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster: Mediatoren seit 2005 (2011)
  • Evangelisches Gymnasium Köpenick: Konfliktlotsen 2007 (2011, 2013)
  • Evangelische Grundschule Lichtenberg: ein Jahrgang 2008, neue Ausbildungsgänge in 2013 und 2014
  • Evangelische Grundschule in Lübben: Konfliktlotsen neu in 2014
  • Evangelische Grundschule Berlin-Mitte: Konfliktlotsen seit Gründung
  • Evangelische Schule Neukölln: Grund- und Oberschulkonfliktlotsen seit 2002
  • Evangelische Schule Neuruppin: Grund- und Oberschulkonfliktlotsen seit 2003
  • Oberlin-Seminar: Profilkurse und Vertiefungskurse seit 2001, Grundlagenkurse für alle Erstsemester seit 2010 und Zertifikatskurse für Viertsemester
  • Evangelische Schule Pankow: Grundschulkonfliktlotsen seit 2006
  • Evangelisches Gymnasium Schönefeld: Konfliktlotsen seit 2012
  • Evangelische Schule Spandau: Grund- und Oberschulkonfliktlotsen seit 2002
  • Evangelische Schule Steglitz: Grund- und Oberschulkonfliktlotsen seit 2000
  • Evangelische Grundschule Wilmersdorf: Konfliktlotsen seit 2010, neue Ausbildungsgänge in 2013 und 2014
  • Evangelisches Johanniter-Gymnasium Wriezen: Konfliktlotsen seit 2010 (2013, 2014)

Wenn Sie das Thema Mediation interessiert, können Sie gerne an einer Fortbildung teilnehmen.

Hofsituation, 1. Große Pause, an einer unserer Grundschulen:

Fabian aus der 4. Klasse kommt aufgeregt auf die Lehreraufsicht, Frau Müller, zu: „Frau Müller, sie müssen unbedingt mitkommen, der Martin hat dem Jens ein Bein gestellt und der ist hingefallen.“ Frau Müller nähert sich dem „Tatort“, da sprudelt es auch schon aus Martin heraus: „Der sagt andauernd Schimpfworte zu uns, das hat Jens verdient.“ Ehe Frau Müller irgendwie reagieren kann, ruft bereits Jens dazwischen: „Stimmt gar nicht. Die lassen mich nie beim Fußball mitmachen. Das ist ganz gemein von denen.“ Frau Müller weiß zum Glück Rat und ruft die beiden Konfliktlotsen in ihren hellgelben T-Shirts, die gerade Hofdienst haben. „Könnt ihr bitte Martin und Jens helfen und mit in den Konfliktlotsenraum nehmen, die hatten gerade einen Streit.“

Die Konfliktlotsen Carla und Stefan aus der 6. Klasse, die schon viele Hofstreitigkeiten bearbeitet haben, gehen freundlich auf die beiden Streiter zu und stellen sich zunächst erst einmal vor. In wohlwollender Weise sprechen sie die beiden an: „Wir können euch helfen, euren Streit zu lösen, wenn ihr es möchtet. Bei uns könnt ihr euch erst mal ausquatschen und in Ruhe nach einer Lösung suchen. Wollt ihr?“ Martin und Jens nicken beide, Jens klopft sich noch den Sand von der Hose und dann gehen beide mit. Frau Müller ist froh, dass die beiden gut versorgt sind und der Streit so gründlich besprochen und hoffentlich langfristig gelöst werden kann. Sie hätte dazu bestimmt keine Zeit gehabt, denn schon stehen drei Mädchen um sie herum und fragen nach dem Hofschlüssel, um die Schulhühner zu versorgen und von hinten rufen auch noch zwei Jungen, ob sie jetzt schon auf den Basketballplatz dürfen.

Wie verhandeln die Konfliktlotsen einen Streit?
  • Beide Streiter werden gleichberechtigt behandelt.
  • Die Lotsen sorgen für ein faires Gespräch mit zwei Hauptregeln: Jeder darf ausreden! Wir sprechen höflich miteinander, also keine Ausdrücke!
  • Sie fragen jede Seite, wie sie den Streit erlebt haben und nehmen jede Perspektive nacheinander neutral (allparteilich) an. Sie fassen das Gesagte zusammen und spiegeln das Wesentliche der beiden Aussagen.
  • Jede Seite wird ermuntert, die erlebten Gefühle und dahinterliegenden Bedürfnisse auszusprechen.
  • Erst nachdem ein gewisses Verständnis für jede Seite erreicht ist, wird nach den Wünschen und Angeboten gefragt und nach Übereinstimmungen gesucht.
  • Die getroffenen Vereinbarungen werden durch einen Handschlag besiegelt und ggf. auf einem Formular vermerkt und von allen Seiten unterschrieben.
Wie ist die Arbeit der Konfliktlotsen organisiert?
  • In der Gruppe der meist 12 ausgebildeten Konfliktlotsen werden Dienste jeweils zu zweit für die wichtigsten Pausenzeiten verteilt, sodass die Kinder bzw. die aufsichtsführenden Lehrer in Streitsituationen immer Ansprechpartner finden.
  • Den Konfliktlotsen ist ein separater Raum zum Besprechen der Fälle zugeteilt. Hier arbeiten sie eigenverantwortlich, klären den Streit und dokumentieren die Vereinbarungen. Die gesammelten Einigungsfromulare werden in einem speziellen Ordner sicher aufbewahrt.
  • Die Konfliktlotsen werden von einem oder zwei mit der Mediation vertrauten LehrerInnen betreut. Mit den BetreuungslehrerInnen finden in der Regel wöchentliche Treffen statt, um die Erfolge und Schwierigkeiten bei der Mediationstätigkeit genauer besprechen zu können. So kann die Arbeit der Konfliktlotsen gewürdigt, aber auch notwendige Hilfen gegeben werden. Im Rahmen dieser Treffen ist es möglich, Wünsche des Kollegiums hinsichtlich notwendiger Konfliktklärungen weiterzuvermitteln.
  • Damit möglichst alle Kinder der Schule ihre Konfliktlotsen kennen, stellen sich die Lotsen zu Beginn ihrer Tätigkeit in allen Klassen mit ihrem Angebot vor. Zusätzlich gibt es noch entsprechende Aushänge mit Fotos und Namen der Konfliktlotsen, sodass ein selbständiges Ansprechen bei Bedarf durch die Schüler selbst ebenso möglich ist.
Wie werden die Konfliktlotsen ausgebildet? Wer wird Konfliklotse?
  • Zu der meist alle zwei Jahre stattfindenden Konfliktlotsenausbildung an einer Schule können sich alle interessierten Schüler der meist 4. und 5. Klassenstufe freiwillig melden. Zu einem Ausbildungsgang gehören in der Regel 12 Schüler und Schülerinnen.
  • Der Ausbildungsgang umfasst etwa 10-12 Doppelstunden außerhalb des Regelunterrichts über ein Schulhalbjahr hinweg und schließt mit einer praktischen Prüfung ab, die bei Bestehen zu einer eigenständigen Fallarbeit in Zusammenarbeit mit anderen Konfliktlotsen befähigt.
  • Inhalte der Ausbildung sind neben kommunikative Grundlagen (Aktives Zuhören Spiegeln, positiv Umformulieren) vor allem die Verhandlung von Fällen mit dem mediativen Phasenmodell sowie Interventions- und Deeskalationsmöglichkeiten.
An welchen Evangelischen Schulen sind Konfliktlotsen ausgebildet?

Evangelische Grundschule Brandenburg /Havel
Evangelische Schule Charlottenburg
Evangelische Schule Frankfurt (Oder)
Evangelische Grundschule Friedrichshagen
Evangelische Schule Berlin-Friedrichshain
Evangelische Schule Frohnau
Evangelische Schule Lichtenberg
Evangelische Grundschule Lübben
Evangelische Schule Berlin-Mitte 
Evangelische Schule Neukölln
Evangelische Schule Neuruppin
Evangelische Schule Pankow
Evangelische Schule Spandau
Evangelische Schule Steglitz
Evangelische Schule Wilmersdorf

Klassensituation in einer 7. Klasse eines Gymnasiums

Die Klassenlehrer beobachten, dass ein Schüler vermehrt von einer Gruppe von Klassenkameraden ausgegrenzt wird. Er findet immer weniger Ansprechpartner, bleibt bei Gruppenarbeiten übrig und ist in der Pause zunehmend auf sich allein gestellt. Auch die Eltern signalisieren, das es ihrem Kind zur Zeit in der Klasse nicht gut geht, obwohl die Leistungen stimmen.

Die älteren Konfliktlotsen des Gymnasiums, die als Oberstufenschüler nun schon etliche Jahre Erfahrung mit der Mediationsarbeit haben, werden mit diesem Problem beauftragt, nachdem sie ein ausführliches Vorgespräch mit den Klassenleitern hatten und hier ein mögliches Vorgehen verabredet wurde. Danach führen sie zunächst ein Gespräch mit dem vermeintlichen Außenseiter und den Klasensprechern, um sich einen ersten eigenen Eindruck von der Situation zu machen.

Sie setzen daraufhin weitere Gesprächsgruppen an, in denen die Schwierigkeiten des Jungen mit den verschiedensten Klassenkameraden im Einzelnen durchgegangen werden können. Am Ende dieser Gespräche haben die Mediatoren zusammen mit den Befragten nach Klärung aller Hintergründe einen Vereinbarungskatalog erarbeitet, der veränderte Verhaltenswünsche sowohl für die Gesamtklasse als auch für den betroffenen Jungen enthält. Denn nur wenn beide Seiten aufeinander zugehen, kann sich die Gesamtsituation langfristig verbessern.

Diesen Katalog besprechen die Mediatoren zuerst mit den Klassenleitern und erst dann mit der ganzen Klasse. Es soll geklärt werden, ob alle mit diesen neuen Regelungen mitgehen können oder noch weitere Details verändert werden sollten. Erst wenn es zu einem Konsens gekommen ist, werden die neuen Umgangsregeln für einen Versuchszeitraum verabredet (die nächsten zwei Wochen). Solch ein Konsens sei hier exemplarisch mit veränderten Namen einmal angegeben:

Regeln für die Klasse
  • Alle begegnen Mario freundlich und offen.
  • Sie beziehen Mario aktiv in Gruppenaktivitäten mit ein, indem sie ihn ansprechen, wenn es sich anbietet.
  • Sie weisen Mario freundlich darauf hin, wenn sie ihn nicht einbeziehen können und nennen ihm einen Grund.
Regeln für Mario
  • Mario sollte sich ruhig mit seiner eigenen Meinung an gemeinsamen Gesprächen beteiligen, jedoch sich dabei an Gesprächsregeln halten, also andere aussprechen lassen und nicht dazwischen reden.
  • Mario sollte sich ruhig an Gruppenaktivitäten beteiligen (Tischtennis, Fußball), sich jedoch an die verabredeten Regeln halten.
  • Wenn Mario ein Verhalten eines anderen Klassenkameraden nicht passt oder stört, dann soll er es ohne Schimpfworte (und ohne körperliche Berührungen des anderen) gleich sagen oder das verabredete Stoppzeichen machen.

Diese Vereinbarungen gelten erst einmal für die nächsten zwei Wochen und werden danach überprüft.
Nach diesen Testwochen erfolgt eine Nachprüfung durch die Mediatoren mit der Klasse und ggf. weitere Regelungen. Nach einem längeren Testzeitraum wird eine Klassenmediation mit allen Schülern zusammen unter Leitung der Mediatoren verabredet, um nochmals anonym den längeren Verhaltensfortschritt abzufragen und ggf. zu diskutieren.

Wie arbeiten die Mediatoren an unseren Oberschulen?

Hier gibt es in der Regel keine festen Dienste mehr auf dem Hof, teilweise aber eine feste Wochensprechstunde für Schüler in einem bestimmten Raum.

Die Mediatoren stellen sich jeweils in den unteren Klassenstufen vor oder werden über Aushänge und ggf. Andachten vorgestellt.

Die Ansprache der Konfliktlotsen erfolgt durch die in Problemsituationen befindlichen Schüler selbst, durch die Klassensprecher/SchulsprecherInnen, über die VertrauenslehrerInnen oder durch den/die betreuenden LehrerInnen vor Ort. Die weitere Organisation der Termine übernehmen die MediatorInnen dann selbständig.

Vielfach werden die Fälle in Absprache mit den VertrauenslehrerInnen und KlassenlehrerInnen übernommen und das weitere Vorgehen jeweils abgestimmt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Schweigepflicht der Mediatoren nicht tangiert wird, dass also nur Vereinbarungen mitgeteilt werden, die die Medianden zugelassen haben.

Je nach Alter und Erfahrung nimmt die Komplexität der Fallarbeit entsprechend der Erfahrung der Mediatoren zu.

Regelmäßiger Austausch bzw. Supervision mit den betreuenden LehrerInnen ist jeweils vorgesehen.

Wie werden die Mediatoren aus- und fortgebildet?

Sie erhalten in der Regel eine gründliche Ausbildung bei der Mediationsbeauftragten der Ev. Schulstiftung, Dagmar Rohnstock. Das sind meist 10 Doppelstunden in Form von Unterrichsblöcken oder auch Doppelstunden über ein Halbjahr verteilt.

Eine erste Ausbildungsstufe wird meist für die Klassen 7-9 als Grundlehrgang für interessierte Schüler im Anschluss an den Regelunterricht angeboten.

Nachschulungen für die erfahrenen Konfliktlotsen gibt es je nach Gelegenheit in den Folgejahren als Auffrischung, aber auch für spezielle Mediationsthemen wie Außenseiterproblematik und Klassenmediation.

Inhalte sind neben den grundlegenden Kommunikationstechniken sprachliche Deeskalationen, komplexe Fälle mit Beleidigungen und Vertrauensbrüchen sowie ein vertiefter Blick auf die Ursachen von Konflikten.

An welchen Evangelischen Oberschulen sind Mediatoren ausgebildet?

Evangelische Schule Charlottenburg
Evangelische Schule Cottbus-Gymnasium
Evangelische Schule Frohnau
Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster
Evangelische Schule Köpenick
Evangelische Schule Neukölln
Evangelische Schule Neuruppin
Evangelische Schule Schönefeld
Evangelische Schule Spandau
Evangelische Schule Steglitz
Evangelisches Johanniter-Gymnasium Wriezen
Evangelische Schule Berlin Zentrum

Jahresausbildung in Schulmediation

Unter der Leitung von Cordula Siebers-Koch bietet die Schulstiftung in regelmäßigen Abständen eine Jahresausbildung in Schulmediation für Lehrer*innen, Erzieher*innen und andere Pädagog*innen an. 

Ziele des Kurses

Sie können in Streitfällen vermitteln und Konfliktlotsen an den Schulen betreuen und ausbilden. Der Kurs ermöglicht Ihnen persönlich Sicherheit in Konflikten zu gewinnen und eine professionelle Distanz aufzubauen.

Sie werden zur/ zum kompetenten Berater*in für Mediation an Ihrer Schule und können:

  • bei Schülerkonflikten vermitteln
  • Kolleg*innen in Konflikten beratend unterstützen
  • Konfliktlots*innen ausbilden und betreuen
  • Projekte zum sozialen Lernen entwickeln und etablieren
  • Sozialkompetenzen gezielt schulen

Das ermöglicht Ihnen:

  • mediative Haltung zu leben
  • Sicherheit in Konflikten zu gewinnen
  • professionelle Distanz aufzubauen
  • Kommunikation gezielt zu strukturieren
  • Präsenz in Gesprächen zu optimieren
  • konstruktiv mit Kritik umzugehen
  • sich mediativ selbst zu vertreten
Inhalte
  • Grundhaltung und Ethik der Mediation
  • Mediative Kommunikation / Beratung
  • Deeskalationstechniken
  • Mediatives Verhandeln und Vermitteln
  • Mediative Selbstvertretung
  • Vermittlung von sozialen Kompetenzen
  • Organisation der Schulmediationsarbeit
  • Implementierung in den Schulkontext
  • Befähigung zur Ausbildung von Konfliktlots*innen
Methoden
  • handlungsorientierte Rollenspiele im Gruppenkontext
  • enger Bezug zu Praxisfeldern
  • kurze Theorieinputs mit Handouts
Umfang und Termine

Der nächste Kurs in Schulmediation über 80 Stunden findet ab Februar 2022 satt.

Ort

Ev. Kirchengemeinde Epiphanien, Knobelsdorffstraße 72/74, 14059 Berlin

Veranstalter

Evangelische Schulstiftung in der EKBO, Georgenkirchstraße 69, 10249 Berlin

Leitung

Cordula Siebers-Koch, Mediatorin, Coach, Trainerin für Teamentwicklung und Konfliktmanagement, Fortbildnerin

Termine

Fr. 11.02.2022 und Sa. 12.02.2022
Fr. 25.03.2022 und Sa. 26.03.2022
Fr. 13.05.2022 und Sa. 14.05.2022
Fr. 17.06.2022 und Sa. 18.06.2022
Fr. 14.10.2022 und Sa. 15.10.2022
Fr. wird im Februar 2022 bekannt gegeben (Prüfungs-WE)
Fr. wird im Februar 2022 bekannt gegeben (Supervisions-WE)

Freitags jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr
Samstags jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr

(Zwischen den Präsenzveranstaltungen je ein Intervisionsgruppentermin in Präsenz oder online)

Kosten

40 Euro für stiftungsinterne Teilnehmer*innen pro Modul
90 Euro für externe Teilnehmer*innen pro Modul

Anmeldung und Infos

Frau Siebers-Koch

Nicht nur Abiturient*in, auch Mediator*in

Am Evangelischen Gymnasium Cottbus lernen die Schüler*innen mit Konflikten professionell umzugehen. Nach sechs Jahren erhalten sie hier nicht nur ihr Abiturzeugnis, sondern auch ein Zertifikat über ihre abgeschlossene Mediationsausbildung, denn diese ist in den Schulalltag integriert. Damit nimmt das Gymnasium eine Vorreiterrolle im Schulsystem ein. 

In praktischen und theoretischen Fortbildungen lernen die Schüler*innen wie man aktiv zuhört, verschiedene Standpunkte wertschätzt und Konflikte zu einer Win-Win-Situation führt. Das ist nicht nur hilfreich bei Streit im persönlichen Umfeld, es bringt auch Vorteile im späteren Job. Die Jugendlichen können mit Konflikten im beruflichen Umfeld besser umgehen und das Betriebsklima positiv beeinflussen.

Die Ausbildung arbeitet mit externen Partnern wie der Viadrina und den eigenen Pädagog*innen vor Ort zusammen. So bearbeiten die Schüler*innen etwa im Deutschunterricht auch das „Kommunikationsmodell nach Friedrich von Thun“ oder lernen im Biologieunterricht die Wirkung von Spiegelneuronen.

Dass eine solche Ausbildung den beruflichen Werdegang positiv beeinflussen kann, zeigt das Beispiel von Annika K.. Die Abiturientin ergatterte einen der begehrten Jobs beim internationalen Kreuzfahrtunternehmen TUI Cruises. Die Fähigkeit mit verschiedensten Menschen zu kommunizieren, war für ihren neuen Chef das entscheidende Einstellungskriterium. 

Wie wird das Projekt durchgeführt?

Die Vorbereitungsphase beginnt in der Klassenstufe 7 und endet mit der 8. Klasse. In dieser Zeit  lernen die Schüler*innen Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und werden in ihrem Sozialverhalten gestärkt. In Klassenstufe 9 beschäftigen sie sich in einem zweitägigen Projekt mit ihren eigenen Konflikten und  lernen weitere Methoden der Mediation. Parallel dazu greifen die anderen Schulfächer das Thema Mediation auf. So beschäftigen sie sich beispielsweise in Deutsch mit dem Thema „aktives Zuhören“, im Fach Politische Bildung mit dem Thema „Perspektivwechsel“ oder „konstruktive Konfliktbearbeitung zur Förderung von Demokratie“. Ein Auffrischungstag in Klassenstufe 10 bündelt und vertieft die erworbenen Kompetenzen.

In Klassenstufe 11 erhalten die Schüler*innen eine zweitägige Mediationsausbildung um in altersangemessenen Zusammenhängen konfliktvermittelnd tätig sein zu können. Als Beitrag zur Berufsvorbereitung wird in Klassenstufe 10 und 11 das Thema Konfliktmanagement in Unternehmen und Organisationen vermittelt. Parallel dazu machen die Pädagog*innen Fortbildungen zum Thema.

Was soll mit dem Projekt erreicht werden?

Während ihrer Ausbildung erlernen die Schüler*innen Kompetenzen zur konstruktiven Konfliktlösung. Sie erproben Mediationstechniken wie etwa den Perspektivwechsel, üben das aktives Zuhören und eine Haltung von Toleranz und Weltoffenheit ein.

Die Mediationsausbildung verbessert das soziale Miteinander in der Schule und stärkt die wertschätzende Kommunikation. Die Schüler*innen lernen organisatorische Zusammenhänge verstehen und erhalten dadurch eine weitere Vorbereitung für Studium, Ausbildung oder Beruf.

Am Ende bekommen sie eine Zertifizierung über ihre mehrjährige Teilnahme und die Inhalte des Projektes, was ihnen bei der Bewerbung Vorteile bringen kann. Darüber hinaus werden die Schüler*innen durch den Einbezug außer schulischer Lernorte mit anderen Organisationen wie Betrieben oder Behörden frühzeitig vernetzt.

Frau Siebers-Koch ist unsere Ansprechpartnerin beim Thema Mediation. Beraten wird die gesamte Schulgemeinschaft. Sie brauchen eine Beratung oder haben Fragen? Dann wenden Sie sich an:

Cordula Siebers-Koch

Mediatorin, Trainerin für Teamentwicklung und Konfliktmanagement, Fortbildnerin in Mediation , Ausbilderin von Konfliktlotsen, Mediation von Klassenkonflikten, Außenseiter- und Hierarchienmediation, Coaching.

  • Seit  2015 angestellt im Mediationsbereich der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO
  • Aus- und Weiterbildung von Pädagogen in Mediations- und Konfliktmanagement bundesweit
    – Teammediation- und Moderation (auch international)
    – Ausbildungsleitung mediative Kommunikation an Berufsfachschulen
    – Mediationen in Berufs- und Privatbereichen
    – Coaching
  • Seit 2008 freiberufliche Tätigkeit als Mediatorin und Moderatorin im Konfliktmanagement
  • 2007 zertifizierte Ausbildung zur Mediatorin beim Amt für kirchliche Dienste