Bildungssenatorin Günther-Wünsch stellt freien Trägern nach erfolgreicher Wahl bessere Sockelfinanzierung in Aussicht
Auf der Pressekonferenz der AGFS Berlin zum Start des Aktionszeitraums „Tag der Freien Schulen“, am 31. August 2026, in der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, kamen die Vertreter*innen der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Berlin mit der Bildungssenatorin, Katharina Günther-Wünsch (CDU), ins Gespräch. Während des einstündigen Termins standen die Themen Bauzuschuss und Finanzierung nichtpädagogischen Personals im Mittelpunkt.
Der Sprecher der AGFS Berlin, Torsten Wischnewski, verwies zu Beginn der Konferenz auf das bisher Erreichte: „Wir begrüßen, dass wir mit der Schulgesetznovelle einen ersten Schritt zur Verbesserung der finanziellen Ausstattung der freien Schulen gehen konnten. Das ist ein Zeichen für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit der AGFS mit der regierenden Koalition. Doch jetzt müssen wir uns mit den Fragen beschäftigen, die uns weiterhin betreffen – wie Bauzuschuss und Finanzierung von nichtpädagogischem Personal.“
Die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Eva-Maria Kopte, sagte: „Egal, ob wir neue Schulplätze schaffen oder ältere Gebäude erhalten – wir fordern einen Bauzuschuss von bis zu 75 Prozent.“ Im Doppelhaushalt 2026/2027 wurde dafür zwar ein Haushaltstitel gesetzt, doch bis heute wurde dieser nicht umgesetzt. Kopte betonte: „Wir erwarten eine schnelle Umsetzung der vorhandenen Mittel und eine Aufstockung auf jährlich mindestens 20 Millionen Euro, bis die notwendigen Schulgebäude errichtet und die vorhandenen Schulgebäude saniert sind.“





Assol Urrutia-Grothe, Vorstandsvorsitzende des Verbands deutscher Privatschulen Berlin-Brandenburg, sagte: „Seit vielen Jahren fordern wir die Finanzierung von nichtpädagogischem Personal wie Schulsozialarbeiter*innen oder IT-Administrator*innen. Während diese an staatlichen Schulen ein selbstverständlicher Teil jedes pädagogischen Teams sind, können nur wenige freie Schulen diese heute so wichtigen Personalstellen finanzieren. Wir sind Teil der Berliner Schullandschaft. Auch unsere Schüler*innen haben ein Anrecht auf Schulsozialarbeit oder IT-Administration. Wann erhalten wir endlich eine ebenbürtige Unterstützung?“
Die Bildungssenatorin, Katharina Günther-Wünsch, erklärte: „Freie Schulen sind ein unverzichtbarer Teil der Berliner Bildungslandschaft. Sie stehen für Vielfalt, Wahlfreiheit und großes Engagement für unsere Schülerinnen und Schüler. Mit der 2. Schulgesetznovelle haben wir bereits wichtige Verbesserungen erreicht und für mehr Verlässlichkeit bei Finanzierung und Planung gesorgt. Darauf können wir aufbauen. Gleichzeitig wissen wir um die weiteren Herausforderungen – von der IT-Administration bis zu Bau und Sanierung. Entscheidend ist, dass wir dazu im engen Austausch bleiben, gemeinsam auf das Machbare schauen und tragfähige Perspektiven entwickeln. Denn freie Schulen sind für uns verlässliche Partner für gute Bildung in Berlin.“ Sie verwies auf die Möglichkeiten, entweder die Sockelfinanzierung von den aktuell 93 Prozent der vergleichbaren Personalkosten einer staatlichen Schule wieder auf 97 Prozent anzuheben oder Gelder, die bei der Schulbauoffensive in diesem Jahr nicht verwandt wurden, teilweise für den Neubau von Schulen durch die freien Träger bereitzustellen. „Das würde unsere Landeskasse entlasten und den Bau neuer Schulen beschleunigen sowie erheblich kostengünstiger gestalten.“ Würde der Hauptausschuss dies beschließen, sei ein Bauzuschuss bereits ab dem kommenden Jahr möglich. „Wenn ich nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin weiterhin Verantwortung trage, werde ich das Thema der grundsätzlichen Finanzierung freier Schulen angehen. Das verspreche ich Ihnen.“
Die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Berlin
Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Schulen Berlin (AGFS Berlin) ist der freiwillige Zusammenschluss mehrerer Verbände und Träger von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft. Die AGFS vertritt die Interessen von mehr als 200 Schulen in freier Trägerschaft und ihrer rund 55.000 Schüler*innen in Berlin gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung. Seit 2003 veranstaltet die AGFS Berlin jedes Jahr im September den Tag der Freien Schulen.
Bildungsmarkt
Der nächste Termin im Aktionszeitraum „Tag der Freien Schulen“ ist der jährliche Bildungsmarkt am Sonntag, den 13. September 2026, von 13 bis 15 Uhr, in der Kreativitätsgrundschule Friedrichshain, Strausberger Str. 38, 10243 Berlin. Alle, die sich für Bildung oder einen Schulplatz interessieren und die vielfältigen Profile der freien Schulen kennenlernen möchten, sind herzlich eingeladen, sich auf dem Bildungsmarkt an den Ständen der freien Schulen zu informieren. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Mehr Informationen: www.freie-schulen-berlin.de



