Eine Schule wie ein Baum – Evangelische Schule Berlin Mitte feiert 25-jähriges Bestehen
Die Evangelische Schule Berlin-Mitte feierte am 12. Juni 2026 ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der St. Marienkirche mit der Schulgemeinde und geladenen Gästen. Landesbischof Dr. Christian Stäblein hielt die Predigt. Im Anschluss fand ein Empfang und auf dem Schulgelände ein Jubiläums-Sommerfest statt.
Der Gottesdienst folgte dem Motiv des 1. Psalms „Gesegnet bist du, ein Baum, gepflanzt am strömenden Wasser.“ Der Bischof sagte: „In dieser Schule gewinnt nicht nur das Wir, hier gewinnt auch das Wie.“ Denn diese Schule stünde für eine gelebte inklusive Schulkultur, Klassenübergreifendes Lernen, gute Regeln und einem guten Miteinander. „Ihr seid wie ein Baum, ein Baum, der vom Leben erzählt, der wächst, gedeiht und Früchte trägt.“

Ein Apfelbaum mit Geschichten aus der Schulhistorie stand dann auch im Zentrum des Gottesdienstes. Die Schüler*innen-Sprecher der verschiedenen Jahrgänge stellten einige wichtige Etappen bildlich und textlich vor.
Die Schule wurde 2000 von einer Elterninitiative gegründet, aus Unzufriedenheit mit dem staatlichen Schulsystem. Im Sommer 2001 begann sie ihren Schulbetrieb mit 16 Kindern, einem Lehrer und einer Schulleiterin, in dem damals noch gemieteten Gebäude der Rochstraße in Berlin Mitte. Die Eltern sammelten die Gelder für die Renovierungsarbeiten, die Möbel und Arbeitsmaterialien sowie die Miete und Gehälter bei verschiedenen Stiftungen und Förderern. Ein erheblicher Anteil wurde jedoch durch eigene Arbeitsleistung erbracht. Die Anschubfinanzierung kam unter anderem von der bundesweiten Evangelischen Schulstiftung der Evangelischen Kirche Deutschland. 2003 übernahm die Evangelische Schulstiftung in der EKBO die Trägerschaft der Grundschule. Seit 2006 ist auch das Schulgebäude in der Rochstraße im Besitz der EKBO-Schulstiftung.

Die Schulleiterin Kerstin Hagedorn bedankte sich zum Ende des Gottesdienstes deshalb vor allem bei allen Eltern, Unterstützer*innen und Förder*innen. Hagedorn sagte: „Diese Schule ist das sichtbare Werk vieler Menschen, die Zeit, Ideen und Herz eingebracht haben und dafür bin ich zutiefst dankbar!“
Auch die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Eva-Maria Kopte, hob die Besonderheit der Schule hervor: „Die Evangelische Grundschule Berlin Mitte begreift Verschiedenheit nicht als Barriere, sondern als Bereicherung. Schüler*innen lernen hier früh, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und füreinander. Das ist genau das Fundament, das unsere Gesellschaft heute dringend braucht.“ Ein solch besonderer Ort entstehe nicht von allein. „Eine Schule ist immer nur so stark wie die Menschen, die sie tragen. Deshalb gilt mein großer Dank heute vorrangig dem großartigen pädagogischen Team gemeinsam mit Ihnen, Frau Hagedorn.“
Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit der Grundschule sind die Reformpädagogik, das jahrgangsübergreifende Lernen, die offene Unterrichtsangebote und die Inklusion. Heute werden rund 300 Kinder in jeweils zwei Parallelklassen in zwölf regulären und einer Willkommensklasse unterrichtet.
Die Schulleiterin Kerstin Hagedorn erklärt: „Uns ist jedes Kind wichtig, und wir begleiten es individuell entsprechend seiner Fähigkeiten, Potenziale und Entwicklungsfelder. Unsere Schüler*innen lernen von Grund auf, Prozesse gemeinsam zu gestalten, mitzubestimmen und Verantwortung zu übernehmen.“



