Überregionales Konfliktlotsentreffen im Kletterpark Climb up!

Im Kletterpark Climb up! in Hennigsdorf trafen sich am Kindertag 250 Konfliktlots*innen und Mediator*innen der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO. Das Treffen war als Dankeschön an alle Konfliktlots*innen gedacht, die sich tagtäglich als Streitschlichter*innen um die Probleme ihrer Mitschüler*innen kümmern.


Während die einen sich beim „Swap-Dating“ durch gegenseitige Fragenspiele kennenlernten, gestalteten die anderen Buttons mit selbstgemalten Bildern oder vorgedruckten Motiven wie Friedensstifter*in oder Zukunftsstifter*in.

Währenddessen kletterten die ersten drei Gruppen den Baumwipfel-Parcours in dem über 60.000 qm großen Waldgebiet. 13 Schulen aus Berlin und Brandenburg nahmen mit ihren Konfliktlots*innen aus der 3. bis zur 11. Klasse teil.

Nicht nur Konfliktlots*innen durften mitklettern, auch Marie und Lillie aus der Evangelischen Schule Frohnau. Die beiden 15-Jährigen hatten sich freiwillig als „Helferinnen“ gemeldet: „Das Schwierigste ist es ab und zu die Balance zu halten“, erklärt Lillie. Aber im Großen und Ganzen ist der Parcours nicht schwierig für sie – die Schülerin ist schon öfter geklettert.

Zwischen den Parcouren beschäftigten sich die Kinder mit verschiedenen Outdoorspielen: Ob mit Federball, Mini-Hindernis-Lauf oder Holzklotz-Stapeln – die Schüler*innen sind mit Begeisterung dabei.

Aus Pankow sind Leonie, Helene und Filippa, jeweils zwölf Jahre alt und in der 6. Klasse, vor Ort. Helene meint: „Das Schöne ist, dass man uns in der Schule kennt und in den Hofpausen auch anspricht.“ „Stimmt“, ergänzt Filippa, „und außerdem macht es Spaß, sich wöchentlich zum Austausch mit den anderen Konfliktlots*innen unserer Schule zu treffen.“

Auch Kira, elf Jahre alt, aus der Evangelischen Schule Frohnau, macht ihre Arbeit als Konfliktlotsin Spaß: „Ich bin deshalb gerne Konfliktlotsin, weil es schön ist, die Kinder am Ende wieder lachen zu sehen“. Und auch Kosma, zehn Jahre alt, ebenso aus Frohnau, erklärt: „Den Kindern zu helfen, gibt mir ein gutes Gefühl.“

Das überregionale Konfliktlotsentreffen fand erst zum zweiten Mal statt. Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO bildet an fast allen ihren 33 Schulen Konfliktlots*innen aus, sowohl in der Grundschule als auch in der Oberschule und in der gymnasialen Oberstufe. Zurzeit gibt es rund 300 Konfliktlots*innen an den Schulen des größten freien Trägers in Berlin-Brandenburg.

Fotos: Frank Wölffing

Jährlich treffen sich die Konfliktlots*innen auf regionaler Ebene: Wegen Corona fand das letzte regionale Konfliktlotsentreffen in Präsenz allerdings im April 2019 statt. Im April 2022 trafen sich die Konfliktlots*innen der Schulen für eine Stunde online. Bei den Präsenztreffen kommen jeweils drei bis vier Schulen an einer gastgebenden Schule zusammen und verbringen dort gemeinsam mit Planspielen ihren Tag.

Die Treffen dienen dem Vernetzen der Konfliktlots*innen. Die Mediatonsbeauftragte der Schulstiftung, Cordula Siebers-Koch, erklärt: „Dabei geht es um einen vielfältigen Austausch über die Arbeit vor Ort, die Fortschritte und Probleme. Aber ebenso gehören gemeinsame Aktionen, die Weiterentwicklung und Stärkung der Konfliktlots*innen-Arbeit dazu. Dieses Projekt ist gelebte Friedensarbeit!“

Zuständig für die Koordination und die Ausbildung der Konfliktlots*innen ist neben Cordula Siebers-Koch auch ihre Kollegin Bianca Feder. Über die positiven Effekte des Konfliktlots*innen-Treffens freut sich Cordula Siebers-Koch sehr: „Für uns Mediationsbeauftragte ist diese Veranstaltung ein wichtiges Zeichen an die Konfliktlots*innen und deren Betreuer*innen an den Schulen. Denn wir wissen sehr gut, wie zeitaufwendig die Organisation der Aus- und Weiterbildung, die Einteilung der Dienste und natürlich die Konfliktlots*innen-Arbeit selbst sind. Damit können wir uns auch im Namen der Schulstiftung für die tolle Arbeit, die von ihnen Tag für Tag an den Schulen geleistet wird, bedanken.“

Und auch ihre Kollegin, Bianca Feder, meint: „Deshalb sind wir sehr froh, dass auch während der Corona-Pandemie an vielen Schulen die Konfliktlotsenarbeit nicht aufgehört hat, was insbesondere dem unermüdlichen Engagement der Schulmediator*innen vor Ort zu verdanken ist. An dieser Stelle gilt unser Dank unseren Schulmediator*innen und Konfliktlots*innen an allen unseren Schulen!“

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