Die Evangelischen Johanniter-Schule Wriezen feiern 100 Jahre Schulstandort
Am 16. Januar 2026 vor genau 100 Jahren wurde am Standort der heutigen Evangelischen Johanniter-Schulen Wriezen in der Freienwalder Straße die Städtische Knabenschule eingeweiht. Auf Einladung der Stadt Wriezen wurde nun gemeinsam mit der Schule das 100-jährige Jubiläum in der Aula der Schule gefeiert.
„Es bedurfte immer wieder mutiger Entscheidungen, dass wir heute auf ein Jahrhundert Schulgeschichte zurückblicken dürfen“, betonte die seit 2017 berufene Schulleiterin Annette Hollitzer-Bennör. Eine solche mutige Entscheidung sei die der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO gewesen, den Standort Wriezen nachhaltig und langfristig durch den Schulerweiterungsbau zu sichern. Denn da die Schule bereits nach fünf Jahren mehr Schüler*innen hatte, als das Gebäude fasste, musste eine Interimslösung her: Durch zwei Containermodule konnte die größte Raumnot gelindert werden, auch für die 2015 hinzugekommenen Schüler*innen der Grundschule. Ein Erweiterungsbau wird den Grundschüler*innen nun endlich mehr Platz bieten. Der erste Bauabschnitt wird noch im Sommer 2026 der Grundschule zur Nutzung übergeben.
Der Regionalhistoriker und Museumsleiter des Bad Freienwalder Oderland-Museums, Dr. Reinhard Schmook, referierte in der voll besetzten Aula der Schule über die Wriezener Schulgeschichte von der ersten Schulgründung im Jahre 1482 bis in die aktuelle Zeit.

Foto: Mathias F. Lillge
Ein Höhepunkt des Festaktes war ein kurzer Film, den die Grundschüler*innen Paul und Leni zeigten. Gemeinsam mit der Lehrerin Janin Greve hatten die beiden Schüler*innen ein Video gedreht, in dem sie ihre Uroma Marianne Bläsing über ihre Schulzeit in der früheren Knabenschule kurz nach Kriegsende in der noch teilweise zerstörten Schule interviewten.
Bürgermeister Karsten Ilm zeigte sich froh, dass die Bildungslandschaft in Wriezen heute durch eine für Ostbrandenburg nicht gerade typische Vielfalt gekennzeichnet sei: Die Angebote der Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft würden auch heute in Wriezen alle Schulabschlüsse der Allgemeinbildung ermöglichen. „Ein starker Bildungsstandort kann eine gute Grundlage für einen starken Wirtschaftsstandort sein“, betonte er.
Besonders Wriezens ehemaliger Bürgermeister Uwe Siebert und der frühere Bundestagsabgeordnete (CDU) und Johanniter-Ritter Hans-Georg von der Marwitz machten sich für den Schulstandort stark, um mit der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO und dem Johanniterorden 2007 das „Evangelische Johanniter-Gymnasium Wriezen“ zu gründen. Dessen Gründungsschulleiter Michael Tiedje ließ es sich im Rahmen des Festaktes nicht nehmen, ein wenig über die ersten sehr bewegten Jahre der „neuen Schule“ in Wriezen zu berichten.
Zum Abschluss betonte die Schulleiterin Hollitzer-Bennör: „Es schließt sich eine Lücke – nicht nur auf unserem Campus, sondern auch in der Stadt Wriezen. Ich hoffe und wünsche mir, dass an diesem wunderbaren Schulstandort auch noch in den nächsten 100 Jahre gelernt werden kann“.



