Erster stiftungsweiter Fachtag zum Thema Demokratie und Vielfalt
Beim stiftungsweiten Fachtag für Demokratie und Vielfalt kamen Schüler*innen, Lehrer*innen und Mitarbeitende aus den 36 Evangelischen Schulen und der Geschäftsstelle der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO zusammen, um über Partizipation, Mitbestimmung und die Frage, wie Demokratie im Schulalltag wirklich gelebt werden kann zu diskutieren. Der Fachtag fand Ende Mai am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster statt. Die rund 100 Teilnehmer*innen tauschten sich aus und erhielten Fachinput in sechs Workshops. Besondere Gäste kamen aus der Evangelischen Kirche Deutschland: die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs und die Ratsmitglieder Schwester Prof. Dr. Nicole Grochowina und Stefan Werner besuchten ebenfalls den Fachtag.
In ihrer Ansprache betonte die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Eva-Maria Kopte: „Möge dieser Fachtag für uns alle inspirierend und kraftgebend sein, für die Herausforderungen, die vor uns liegen.“ Sie schloss mit dem Zitat der EKD-Ratsvorsitzender Kirstin Fehrs von einer Demonstration gegen Rechts in Hamburg: „Wir sind mehr, und das müssen wir auch zeigen!“
Im Zentrum des Austausches standen jedoch die Schüler*innen als Expert*innen, die mit einer Diskussionsrunde den Fachtag eröffneten. Die sieben Schüler*innen-Vertreter berichteten über ihre Erfahrungen mit Demokratie, Vielfalt oder Ausgrenzung und machten Vorschläge, wie sich ihre Mitbestimmung im Schulalltag verbessern ließe. Dabei wurde schnell klar, dass sich bereits Grundschüler*innen mehr demokratische Beteiligung im Unterricht und etwa bei Klassenfahrten, wünschen. Marie Treunert, Schulsprecherin der Evangelischen Grundschule Cottbus, meinte: „Wir werden oft nicht ernst genommen und uns wird gesagt, wir wären noch zu jung, um mitzuentscheiden.“ Gute Beispiele aus anderen Schulen, wie es demokratisch ginge, könnten dies vielleicht ändern, meinte die 6. Klässlerin.
Die Schulsprecherin der Evangelischen Schule Neukölln, Mina Hänel, sagte: „Wer Beteiligung will, muss diese auch umsetzen. Von sechs Fachkonferenzen, bei denen ich zuständig gewesen wäre, wurde ich nur ein einziges Mal eingeladen. Das geht gar nicht!“ Andere Schulsprecher machten Vorschläge wie sich die Vielfalt an den Schulen erhöhen ließe wie etwa durch einen Tag der Kulturen oder eigene Projektideen, bei denen sich alle einbringen könnten, auch wenn sie nicht Teil des Sprecherteams seien.
Im Anschluss konnten die Teilnehmer*innen aus den folgenden Workshops wählen: Lebendige Demokratieentwicklung im Unterricht, Vielfalt im Klassenzimmer, Umgang mit Rechtsextremismus im Kontext Schule, Diskriminierungen im Schulalltag erkennen und thematisieren, Demokratische Schulentwicklung im Kollegium und Schule im gesellschaftlichen Spannungsfeld.
Die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen waren durchweg positiv. Dr. Kaspar Renner, Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politik am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster, fasste zusammen: „Der Demokratie-Fachtag war ein großer Gewinn. In den Workshops konnten wir uns als Lehrkräfte der evangelischen Stiftungsfamilie schulübergreifend miteinander vernetzen. Und wir wurden darin bestärkt, im Unterricht und im Schulalltag weiterhin klar Position für unsere demokratischen Grundwerte wie Menschlichkeit und Toleranz zu beziehen.“
Auch die Schüler*innen profitierten von dem Austausch auf Augenhöhe. Philipp Kleemann, 11. Klasse, Politik-Leistungskurs am Grauen Kloster: „Für uns war der Demokratietag spannend, weil wir uns mit Schüler*innen und Pädagog*innen von anderen evangelischen Schulen austauschen und darüber sprechen konnten, wie wir unsere Standpunkte und Interessen über Gremien, wie die Schülervertretungen, noch besser vertreten und in die Debatte einbringen können.“
Auch Casimir Stolz, 11. Klasse, Politik-Leistungskurs am Grauen Kloster, lobte den Austausch: „Auf dem Fachtag wurden auch Ideen entwickelt, wie wir die große Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Religionen an unserer Schule in Zukunft noch besser sichtbar machen können.“
In der abschließenden Feedbackrunde lobten die Teilnehmer*innen auch die vielen unterschiedlichen Perspektiven, den ehrlichen Austausch und das gemeinsame Gefühl, dass Schule nur dann funktioniert, wenn alle sie zusammen gestalten.
Der Fachtag Demokratie und Vielfalt wurde vom Schulreferat, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und dem Institut für Demokratie Entwicklung vorbereitet und durchgeführt.










