Erste Grundschule in Friedrichshagen tritt Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ bei

Die Grundschule Friedrichshagen trat am 18. Juli 2025 dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bei. Die zweizügige Grundschule ist damit die erste in Friedrichshagen, die sich selbst verpflichtet, sich aktiv für eine Schulgemeinschaft ohne Rassismus, Ausgrenzung oder Diskriminierung einzusetzen. Im Bezirk Treptow-Köpenick sind laut Angabe des Netzwerkes bereits 16 Schulen engagiert, darunter zwei Grundschulen – die Mosaik Grundschule in Niederschöneweide und die Bewegte Schule in Köpenick.

Die Evangelische Grundschule Friedrichshagen ist die erste Grundschule der Stiftungsfamilie, die dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ beitritt. Die Evangelischen Schulen in Köpenick, Spandau und Schönefeld sowie die Evangelischen Johanniter-Schulen Wriezen gehören bereits dazu. Deutschlandweit sind rund 4.700 Schulen im Netzwerk aktiv.

Die Schulgemeinde feierte den offiziellen Beitritt mit einem Festakt in der Turnhalle der ehemaligen Gießerei. Der Posaunenchor der Schule „Tongießerei“ und das Schullied „Aufstehen, aufeinander zugehen“ eröffneten die Feier.

Die Schulgemeinschaft freut sich über den Beitritt ins Netwerk. v.v.l: Schulleiteiterin Katrin Koberlin, Jana Groß und Florian Steindle, Foto: Frank Wölffing

Schulleiterin Katrin Koberling sagte zu den rund 300 Gästen: „Ich freue mich sehr, dass sich unsere Schulgemeinschaft nun dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ anschließt. Mit diesem Schritt verpflichtet sich die gesamte Schulgemeinschaft – also alle Schüler*innen, Pädagog*innen, Mitarbeitende und Eltern – sich aktiv für ein vielfältiges Miteinander und gegen jede Form von Diskriminierung oder Ausgrenzung einzusetzen. Diese Haltung entspricht unserem evangelischen Werte- und Bildungsverständnis als Teil der Evangelischen Schulstiftungsfamilie, die wir bereits leben. Nun freuen wir uns, dies noch sichtbarer machen zu können. “

Schulleiterin Katrin Koberling nimmt von Landeskoordinator Florian Steindle die Urkunden entgegen. Foto: Frank Wölffing

Vertreter der Elternschaft gaben den Ausschlag für den Beitritt. Drei von ihnen lasen die „Stimmen der Courage“, die sich vorher zusammengetragen hatten, bei der Feier vor. „Courage heißt für mich nicht wegzuschauen, wenn jemand ausgegrenzt wird“ oder „Wir sind alle verschieden, lasst uns die Unterschiede feiern und miteinander leben“, waren einige der Antworten auf die Frage, was die Angesprochenen mit Mut verbinden. Für die Kinder der Schulgemeinde gab es im Anschluss an die Feier die Möglichkeit, ihre Handabdrücke für „Courage“ auf drei Leinwänden zu hinterlassen. Die Bilder sollen künftig im Schulgebäude aufgehängt werden.

Die Eltern der Schule hatten den Netwerkbeitritt angeregt und für die Feierstunde Stimmen der Courage gesammelt. Foto: Frank Wölffing

Einer der Höhepunkte waren die beiden Auftritte der Sechstklässler, die ihre selbstgetexteten Rapssongs vortrugen. Seit mehreren Jahren besuchen die Schüler*innen dafür ein Rap-Projekt zu Schuljahresbeginn. Eine der Strophen lautete: „Ich wünsch mir eine Welt, wo man zusammenhält. Und jeder Mensch leben kann, wie es ihm gefällt. Wir haben Probleme, die es schon zu lange gibt. Wir müssen dagegen kämpfen, bevor die Welt daran zerbricht. Gegen Angst, gegen Hass, gegen Terror. Sonst heißt es für die Welt bald nur noch ERROR!“.

Die Sechsklässler beeindruckten mit Ihrem selbstgetexteten Rapsong.

Patin des Projekts ist die Leadsängerin von „Bell, Book und Candle“, Jana Groß, die mit ihrem Lied „Rescue me“ weltweit bekannt wurden und dieses bei der Feier vortrugen. Der  Landeskoordinator des Netzwerkes, Florian Steindle, begleiteten die Schildübergabe und überreichte Schulleiterin Koberling Banner, Schulschild, Urkunde sowie den Text der Selbstverpflichtung. Danach feierte die Grundschule das Ereignis mit einem Schulfest.

Sängerin und Patin Jana Groß performt Ihren Welthit. Foto: Frank Wölffing

Rund 250 Schüler*innen lernen in dem ehemaligen Gießerei-Gebäude in der Peter-Hille-Straße. Das Team aus 20 Lehrkräften und 16 Erzieher*innen legt besonderen Wert auf die eigenverantwortliche Selbstorganisation und das selbstständige Lernen. Neben Schulhündin Pia, einer portugiesischen Wasserhündin, bietet die Grundschule Spiel- und Bewegungsräume sowie Werkstätten für die ergänzende Betreuung bis 18.00 Uhr an. Die Arbeitsgemeinschaften reichen von Yoga, über Zirkus und Schach bis zur Kunst. Darüber hinaus gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Joseph-Schmidt-Musikschule in Form von Inhouse-Kursen als instrumentaler oder vokaler Einzel- und Gruppenunterricht. Die Evangelische Grundschule Friedrichshagen ist eine von 23 Schulen in Berlin, die von der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO getragen werden. Insgesamt gehören 35 Schulen zur Stiftungsfamilie der größten freien Trägerin öffentlicher Schulen in der Region Berlin-Brandenburg.

Die Schüler*innen konnten ihr „Hände der Courage“ auf drei Leinwänden hinterlassen. Foto: Frank Wölffing

Schule ohne Rassismus ist laut Netzwerk daher keine Auszeichnung – es ist eine Selbstverpflichtung, sich zukünftig gegen Rassismus und jede andere Form von Diskriminierung oder Ausgrenzung aktiv einzusetzen. Mehr Informationen unter: www.schule-ohne-rassismus.org

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