Evangelische Schule Pankow wird „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

„Jeder ist anders – so wie Du bist, ist gut“ wummern die Bässe aus den Lautsprechern und 290 Schüler*innen tanzen dazu eine eigens erdachte Choreografie auf den Schulhof. Diese Aktion zum Lied aus einem der „Bibi und Tina“-Filme ist der Abschluss der feierlichen Aufnahme der Evangelischen Schule Pankow in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Den Moment krönt die Enthüllung des Schilds neben dem Haupteingang durch Schulleiter Gunar Hermann.

Damit ist die Grundschule die 169. Mitgliedsschule im Netzwerk „Schule ohne Rassismus“. In ganz Deutschland sind rund 5.000 Schulen bereits beigetreten und haben damit auch eine Selbstverpflichtung abgegeben.

Denn „Schule ohne Rassismus“ ist laut Initiatoren keine Auszeichnung – es ist eine Selbstverpflichtung, sich zukünftig gegen Rassismus und jede andere Form von Diskriminierung oder Ausgrenzung aktiv einzusetzen.

Eine ganze Schule tanzt zu „Du bist gut so, wie Du bist“

Dass die Schule es damit ernst meint, zeigte sie bereits zu Beginn des Festakts. „Anders sein ist cool!“, „Fehler passieren – mach sie wieder gut“ oder „Du bist richtig, so wie Du bist“ standen auf den selbstgestalteten Plakaten, die zwölf Schüler*innen hochhielten und kurz erklärten. Danach antwortete die ganze Schulgemeinschaft mit: „Ja – zur Vielfalt!“

Die Klasse 4a zeigte ein selbstgeschriebenes Theaterstück, in dem Eisverkäufer Emilio lernen muss, dass Vielfalt – auch bei Eissorten – nicht Chaos, sondern etwas Gutes ist. Zunächst will er allen nur Vanilleeis verkaufen, obwohl auch Schokolade, Pistazie oder Erdbeereis gefragt sind. Doch Emilie meint am Ende: „Manchmal merken wir gar nicht, dass wir andere versuchen in eine Form zu pressen. Aber wir sind alle verschieden – und das ist auch gut so! Wir müssen nicht gleich sein, um zusammen zu gehören!“

Patin des Projekts ist die Schauspielerin, Musikerin und Kinderbuchautorin Jasmin Tabatabai. Die Pankowerin, deren Kinder die Schule ebenfalls besuchen, meint: „Als gebürtige Iranerin, die erst mit zwölf Jahren nach Deutschland kam, habe ich selbst erlebt, wie es ist, fremd zu sein.“ Vorurteile entstünden aus Unkenntnis und Angst vor dem Unbekannten. Sie ließen sich nur abbauen, wenn Menschen aufeinander zugingen und sich kennenlernen. „Wir alle sollten damit anfangen und selbst fragen, welche Vorurteile wir haben, und daran arbeiten.“

Der Landeskoordinator des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus“, Florian Steindle, begleiteten die Schildübergabe und überreichte Schulleiter Gunnar Hermann und Patin Jasmin Tabatabai Urkunde sowie den Text der Selbstverpflichtung. Der Koordinator erklärt: „Mit Eurem Beitritt habt ihr den ersten Schritt getan, aber Eure Arbeit fängt jetzt erst an. Schaut hin und wenn sich etwas falsch anfühlt, dann sagt und tut etwas dagegen!“

Die Evangelische Schule Pankow ist die zweite Grundschule der Stiftungsfamilie, die dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ beitritt. Die Evangelische Grundschule Friedrichshagen und die weiterführenden Schulen in Köpenick, Spandau, Schönefeld und Wriezen gehören bereits dazu.

Mehr Informationen unter: www.schule-ohne-rassismus.org

v.l.: Schulleiter Gunnar Hermann, Schauspielerin Jasmin Tabatabai, Koordinator Florian Steindle
Fotos: Frank Wölffing

Ähnliche Beiträge