Evangelisches Johanniter-Gymnasium in Wriezen feiert zehnjähriges Bestehen

Mit einem Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Laurentius und anschließendem Festakt im Rathaus feierte das Evangelische Johanniter-Gymnasium Wriezen am Sonntag, dem 10. September 2017 sein zehnjähriges Bestehen. Unter den Gästen befanden sich unter anderen auch Konventmitglied und Bundestagsabgeordneter Hans-Georg von der Marwitz, der Herrenmeister des Johanniterordens Dr. Oskar Prinz von Preußen und der Bürgermeister der Stadt Wriezen Uwe Siebert. Die Predigt hielt vor rund 300 geladenen Schülern und Gästen Generalsuperintendent Martin Herche.

Herche hob insbesondere die Bedeutung des Evangelischen Gymnasiums für die säkular geprägte Region hervor: "Wenn es darum geht, für das Leben zu lernen, gehört auch Religion dazu. In Theorie und Praxis. Von guten, menschenfreundlichen Lehrerinnen und Lehrern, nicht von Hasspredigern, die die Religion für ihre fanatischen Vorstellungen missbrauchen. Über zehn Jahre ist in Wriezen ein neuer Leuchtturm Evangelischen Lebens und Lernens gewachsen. Ein Leuchtturm, der weit in alle Bereiche der Gesellschaft strahlt. Das wird der Stadt und überhaupt dem Oderbruch zu Gute kommen!"
2007 startete das Evangelische Johanniter-Gymnasium in Wriezen mit zwei Klassen und 28 Schülerinnen und Schülern. Heute besuchen rund 350 Kinder und Jugendliche das einzige Gymnasium der Stadt und die angeschlossene Grundschule. Beide Schulen trägt die Evangelische Schulstiftung in der EKBO.
Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung Frank Olie betonte: „Dieses  Gymnasium in evangelischer Trägerschaft, verbindet in besonderer Weise christliche Bildungstradition mit innovativer Pädagogik. Durch die gute Zusammenarbeit von Schule und Region ist hier ein Schulstandort von außerordentlicher Strahlkraft entstanden.“
Vor zehn Jahren hatte der größte freie Träger öffentlicher Schulen der Region Berlin-Brandenburg das stark sanierungsbedürftige Gebäude übernommen. Zuvor befand sich hier  das staatliche Oderbruch-Gymnasiums "Leonard Euler", das im Schuljahr 2006/2007 schließen musste. Am Erhalt des Gymnasiums in neuer Trägerschaft waren Siebert und von der Marwitz maßgeblich beteiligt. Sie gewannen die Evangelische Schulstiftung in der EKBO für die Trägerschaft, die Stadt Wriezen und die Brandenburgische Provinzialgenossenschaft des Johanniterordens sicherten die Finanzierung. Das Gründungskuratorium versammelte 16 führende Vertreter der Region aus Handwerk, Wirtschaft, Kirche und Politik. Die Schulleitung und den Aufbau des Standorts übernahm Michael Tiedje, der seit diesem Schuljahr die Leitung des Evangelischen Gymnasiums in Köpenick übernahm. Seine Nachfolge trat mit dem 1. August dieses Jahres seine ehemalige Stellvertreterin Annette Hollitzer an.
Von der Marwitz hob die Bedeutung der Schule hervor: „Das zusätzliche Bildungsangebot des Evangelischen Johanniter-Gymnasiums in Wriezen stärkt die Attraktivität unserer Region. Als weicher Standortfaktor schärft die Schule das Profil des Oderbruchs als lebenswert und zukunftsorientiert und beugt somit Abwanderung und Perspektivlosigkeit vor.“
Am 11. Juni 2007 übergab die Stadt das fast vollständig ausgeräumte Schulgebäude des Oderbruchs-Gymnasiums an die Evangelische Schulstiftung in der EKBO. Nach dringend notwendigen Sanierungs- und Umbauarbeiten, die sich über die gesamten Sommerferien erstreckten, eröffnete das Gymnasium zum neuen Schuljahr zwei siebte Klassen. Mit einem Festgottesdienst feierten alle Beteiligten die Eröffnung. Der Gottesdienst wurde von Landesbischof Prof. Dr. Wolfgang Huber und dem evangelischen Ortspfarrer Christian Moritz in der völlig überfüllten katholischen Sankt-Laurentius-Kirche zu Wriezen gehalten.