Schulgeldregelung der Evangelischen Schulstiftung folgt Grundgesetz

Öffentliche Schulen in freier Trägerschaft erhalten vom Land Berlin einen Zuschuss in Höhe von 93 Prozent der vergleichbaren Personalkosten. Um die verbleibenden sieben Prozent sowie notwendige Material-, Sanierungs- oder Instandhaltungskosten tragen zu können, müssen Träger wie die Evangelische Schulstiftung in der EKBO Schulgeld erheben. Wären alle der rund 10.000 Kinder, die von der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO beschult werden in öffentlichen Schulen, würde dies für deutlich höhere Kosten zu Lasten der öffentlichen Haushalte sorgen.

Die 36 evangelischen Schulen in Berlin und Brandenburg tragen also erheblich zur Entlastung der öffentlichen Kassen bei und leisten darüber hinaus einen wichtigen sozial-politischen Beitrag. Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Frank Olie erklärt bezüglich der Einhaltung des Sonderungsverbots: „Die Evangelische Schulstiftung handelt nach dem Solidaritätsprinzip. Schulgeld wird prozentual und einkommensabhängig gestaffelt erhoben. Rund 20 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler zahlen einen geringfügigen Betrag von 30 Euro oder sind vom Schulgeld gänzlich befreit. Das heißt vereinfacht: Wer mehr verdient, ebnet Eltern mit geringem Einkommen den Zugang zu unseren Evangelischen Schulen. Damit arbeiten wir grundgesetzkonform und sorgen als größter freier Träger öffentlicher Schulen in der Region für mehr soziale Gerechtigkeit im Bildungswesen. Unsere 36 Schulen sind offen für alle Kinder, unabhängig von Ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft, Konfession und erst recht von den Einkünften Ihrer Eltern.“

Darum erfolgt die Berechnung des Schulgeldes auch über den Träger, damit die Schulen in ihrer Entscheidung, welches Kind sie aufnehmen, frei sind von finanziellen Überlegungen.Wer mit seinem Einkommen unter den Mindestsätzen liegt, zahlt den Eingangsbetrag oder kann sich vom Schulgeld ganz befreien lassen. Dies gilt für rund 20 Prozent der Schülerschaft. Rund 500 Schüler*innen zahlen überhaupt kein Schulgeld. Dazu erklärt Frank Olie „Selbst die Höchstsätze sind gedeckelt, denn wir wollen an unseren Schulen eine soziale Durchmischung.“Das Schulgeld ist einkommensabhängig gestaffelt. Eltern zahlen 2,2 Prozent des maßgeblichen Bruttoeinkommens, an Schulen mit gebundenem Ganztagsbetrieb tragen sie 3,9 Prozent ihres Einkommens bei. Der Eingangsbetrag liegt bei 30 Euro. Für den gebundenen Ganztagsbetrieb beträgt er 60 Euro. Im Durchschnitt beträgt das Schulgeld an den Evangelischen Schulen 100 Euro pro Monat.Die Evangelische Schule in Neukölln hat einen besonders hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Familien. Viele legen dort als erste ihrer Generation das Abitur ab. In Neukölln sind mehr als 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler vom Schulgeld befreit oder zahlen nur den Mindestsatz. Die Schülerschaft spiegelt den Stadtteil – die Kinder stammen aus den unterschiedlichsten Kulturen, Schichten und Religionsgemeinschaften. Auch muslimische Kinder werden hier unterrichtet. Frank Olie betont: „Unsere Schulen sind allen zugänglich, die unser evangelisches Profil mittragen, damit sind unsere Schulen grundgesetzkonform und so soll es auch bleiben. Unsere Schulen leben ein offenes, christliches Miteinander und Pluralität ist ausdrücklich erwünscht. Nur wer gelernt hat, andere anzunehmen und in ihrer Individualität wertschätzt, kann Werte wie Toleranz und Mitmenschlichkeit leben – die Grundlagen unseres christlichen und des staatlichen Selbstverständnisses“An den Schulen der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO werden die Kinder zu Dialog- und Konfliktfähigkeit, Zivilcourage und Verantwortungsbereitschaft ermutigt. Frank Olie erklärt: „Unser Ziel sind selbstbewusste, mündige Kinder und Jugendliche, mit einem sozialen Bewusstsein und dem Mut sich einzubringen. Das halte ich für die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft.“Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO ist mit ihren 36 Schulen und 16 Horte der größte freie Träger öffentlicher Schulen in der Region Berlin und Brandenburg. Rund 10.000 Schülerinnen und Schüler besuchen die Bildungseinrichtungen – von der Grundschule über die ISS bis zum Gymnasium.